Heft 
(1907) 16
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16. (12. außerordentliche) Versammlung des XVI. Vereinsjahres.

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16. (12. ausserordentliche Versammluno des XVI. Vereinsjahres).

Mittwoch, den 13. November 1907, nachmittags 5 Uhr.

Besichtigung des Verkehrs- und Baumuseums.

Invalidenstr. 50 51.

Die ehemaligen Bahnhofsgebäude der Hamburger Bahn einschließ­lich der überdachten Halle sind für das Museum eingerichtet worden. Der erste Vorsitzende, Geh. Regierungsrat Friedei, der nach soeben überstandener Krankheit zum ersten Male wieder in der Brandenburgs erschienen war, hob hervor, dass uns England, bezüglich der Gründung eines Eisenbahnmuseums vorangegangeu, jetzt aber das Versäumte von uns gründlich nachgeholt worden sei. Die ausserordentlich reichhaltige Sammlung gliedert sich in drei Hauptabteilungen; die eine gilt dem Eisenbahnwesen, die zweite dem Wasserbau wesen und die dritte dem Hochbau. In der ersten werden Oberbau- und Gleisunterhaltung, Eisen- bahnhochbau, Brücken und Tunnel, Signal- und Sicherungsvorrichtungen, Lokomotiven und Wagen nebst Zubehör, elektrische Anlagen, Eisenbahn­werkstätten, verschiedene Verkehrseinriclitnngen und das Eisenbalm- verwaltuugsweseu durch Modelle, Apparate, Maschinen, Reliefs und Zeichnungen veranschaulicht. Direktor Geheimrat Meyer führte die Mitglieder der Brandenburgs persönlich durch die verschiedenen Räum lichkeiten und gab die nötigen Erläuterungen. Er zeigte u. a. das Modell der ersten deutschen LokomotiveAdler, (Nürnberg-Fürther Lahn 1835), dieBorussia der Cöln-Mindener Bahn (1858) und eine Lokomotive der Stettiner Bahn vom Jahre 1858. Einen etwasalt­fränkischen Eindruck machte ein mit gepolsterten Holzputfern aus­gestatteter offener Personenwagen der Breslau-Freiburger Balm vom Jahre 1843. Das unglückliche Vehikel sieht einem alten Omnibus ähnlicher als einem modernen Eisenbahnwagen. Es setzte auch wohl e ine Geschwindigkeit voraus, welche die Konkurrenz eines Radlers nui deswegen nicht zu fürchten hatte, weil es noch keine Radler gab.

Sehr lehrreich ist die Abteilung für Dampfkessel und Siederohren. Lie Gegenstände veranschaulichen auch die Gefahien, welchen die o o motive durch Abnutzung, falsche Behandlung und durch Ansatz von Kesselstein ausgesetzt ist. Es sind dort eingedruckte, angefressene und anderweitig defekt gewordene Siederohre ausgestellt, durch deren Platzen die Maschine selbst schwere Unfälle erleiden muss. Daneben bemerkt »'an auch die neuesten Erfindungen auf dem Gebiete des Eisenbahn­wesens, u. a. ein Achsenlager mit Rollen, nach dem Prinzip der modernen Kugellager der Fahrräder eingerichtet, um die gleitende ei ung