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17. (6. ordentliche) Versammlung des XVI. Vereinsjahres.
müsse. Nicht nur auf die in der Beletage und im ersten Stockwerk belegenen Appartements, bestehend aus Salon, Schlafzimmer und Badezimmer, sondern auch auf die in den oberen Stockwerken liegenden Wohnräume hat man diese Grundsätze ausgedehnt. Überall z. B. findet man schallsichere Wände und die Abdichtung ist so vollkommen gelungen, daß man nicht nur vom Nachbar nichts vernimmt, sondern daß sogar der vom Potsdamer Platz heranftönende Großstadtlärm kaum noch einen ganz schwachen Wiederhall findet. Die vorherrschende Farbe der Zimmereinrichtungen ist weiß bezw. hell, damit jedes Staubkörnchen sofort bemerkt und entfernt werden kann. Die Schränke hat man in die Wände eingebaut, die Möbel sind aus edelsten Hölzern gefertigt, aber statt der Kehlleisten usw. mit eingelegten feinen Intarsien versehen.
Von einem Bekleben der Wände mit Tapeten hat man im Interesse der Hygiene grundsätzlich Abstand genommen, doch machen die Zimmer mit der erfolgten Wandbemalung einen durchausstirnmungsvollen Eindruck. Die Heizkörper sind mit Marmor hinterkleidet und gleichfalls in weißer Lackierung gehalten, die Wasserzuführung ist eine dreifache: für Warm-, Kalt- und Trinkwasser. Als besondere Neuerung befindet sich im jedem Zimmer unter dem Telephon ein Briefkasten, der mit einer Glasscheibe verkleidet ist, sodaß der Gast seine Post in Empfang nehmen kann, ohne daß er eine Tür zu öffnen nötig hätte; auch ist ein Briefschacht in jeder Etage angebracht, der zu der Post- und Telephonzentrale im Vestibül führt. Das Heraushängen der Garderobe zum Zwecke der Reinigung erfolgt derart, daß ein Wandschrank zwischen den Doppeltüren diese aufnimmt, ohne daß irgend ein Unbefugter an die Kleidungsstücke zu gelangen vermöchte. Elektrische Glockensignale sind im Interesse der Ruhe ira Hotel vermieden, die dienenden Geister werden vielmehr durch nicht mißzuverstehende optische Signale herbeigerufen. Für diejenigen Gäste aber, die ganz absolute Ruhe wünschen, sorgen die Zimmer, welche an den zu prächtigen Ziergärten umgewandelten Höfen liegen. Das im Erdgeschoß befindliche, ganz wundervoll und intim ausgestattete Restaurant wird übrigens nicht nur den Hotelgästen zugänglich sein, sondern auch für nicht im Hause Wohnende Dejeuners, Diners und Soupers servieren; selbstverständlich ist auch für künstlerische, diskrete Tafelmusik gesorgt. Überhaupt hat die Leitung f> ir vorzügliche Aufnahme der Gäste hervorragend Sorge getragen, erhalten doch die ersten Kräfte des Hotels die weitaus höchsten Gehälter io Berlin. Es mag noch bemerkt sein, daß sich die Fundierung des Hotels durch die unter demselben befindliche Anlage der Untergrundbahn recht schwierig gestaltete, namentlich machte die Senkung des Grundwasserspiegels bedeutende Schwierigkeiten. Durch den Untergrundbahntnnnel war auch die Teilung der sämtlichen Installationsanlagen in zwe* Zentralen links und rechts von diesem Tnnnel bedingt, was die Arbeiten