CO 61
Denn, wenn man wahrhaftig die Aufklärung der jnudiſchen Nation wuͤnſcht; ſo muß man den Schriftſtelleriſchen Trieb, der ſich unter ihnen zeigen will, nicht unterdrücken; ſondern vielmehr noch mehr anzufachen ſuchen. So gar ihre Schriftſtelleriſchen Fehler muſſen zu dieſem Behuf mit mehrerer Nachſicht behandelt werden; als dis bey den chriſtlichen Schriftſtellern noͤthig iſt. Wieder alles dis habe ich nichts; ſo lange man von Seiten der Chriſten nur auch mit Vernunft dabey zu Werke geht.— Allein zum Ungluͤck fand ſich bald eine ganze Schaar kleiner Geiſter und Halbköpfe unter den chriſtlichen Schriftſtellern, die in ihren Lobeserhebungen des M. fo, ohne alle Mäßigung ausſchweifend waren; daß, anſtatt den vernünftigen Zweck der Ermunterung des M. und Anderer aus ſeiner Nation dadurch zu befoͤrdern; vielmehr der ganze M. dadurch verdorben wurde. Anſtatt das, was in ſeinen Schriften die Probe aushielt, wenn es ſchon nichts neues war, zu loben; und das unechte darin mit beſcheidenem Tadel zu rügen: ſo jauchtze man ihm blind über alles, was er ſchrieb, ohne Unterſchied, mit voller Kehle Beyfall zu; ſahe alles, was er ſagte, als lauter Orakelſpruͤche au,
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