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Sonderheft 5, Theodor Fontane: Unveröffentlichte und unbekannte Gedichte Toaste und Verse 1838 bis 1896
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Zum Geburtstag der Mutter (21. September 1848 oder 1849)

Vorgetragen von Elise Fontane

Ick bin nu schonst so vill gelopen Mit mine Kiepe grot un schwer,

Un ooch keen Eenzger will hüt kopen;

Umsunste fahr ick hin un her.

Hie neben bi saggten de Lüde ^ Fru Medezin Apthekem köppt,

Da bin ick denn zwars hellisch miede Doch noch geschwinde hergelöppt.

Ick hebb hüt ville scheene Dinge Und alles for en billig Jeld,

Se weetens schonst, daß ich bloß bringe Wat vornehm Lüte jut jefällt.

Drum nehmen Se alle meene Ware Un richten sich hibsch wacker in;

Denn friehstens stell ick übern Jahre Mich wieder mit min Kiepken in.

Und wenn et Janze hier beholln

Segg ick noch minen scheensten Dank.

Un Frid un Lust un Glück, det solln Se hebbn Ihr ewig Leben lang.

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Argo-Lied (1853)

(Melodie: O Schill, Dein Säbel tut weh.)

(Gesungen während des ersten Argo-Diners bei Franz Kugler im August 1853)

Der Rütli, den Gott gesegnen mag, Hurra,

Schuf dieArgo an seinem größten Tag,

An der Schleuse bei Eggers Nummer acht Hat der Rütli die Argo zur Welt gebracht,

Hurra, Hurra, Hurra,

O, Argo, Dein Bugspriet ist nah.

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