Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 28, Blatt 60 [Neue Nr. 2951] (1936) Schwedt : geologische Karte / geogn. bearb. durch Th. Schmierer ..
Entstehung
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Die Grundwasserverhältnisse der Lieferung 76 13

wie z.B. bei Raduhn und Niedersaathen, übersanden und für die Wiesenkultur unbrauchbar machen. Der jungalluviale Sand wird seinen Ursprung wohl nicht aus dem oberen Odergebiet haben, sondern ist nur durch Unterspülung der Talränder umgelagerter, und stromabwärts beförderter Diluvialsand.

Die Mächtigkeit des Alluviums im eigentlichen Odertal be­trägt nach zahlreichen Bohrungen längs der Landstraße Schwedt­Niederkränig durchschnittlich 47 m.

C. Die Grundwasserverhältnisse der Lieferung 76

In den lockeren Ablagerungen des Tertiärs, des Diluviums und Alluviums sind die Sande und Kiese die wasserführenden Schichten.

Für eine gesundheitlich einwandfreie Wasserversorgung kommen im allgemeinen die Schichten des Alluviums nicht in Frage. Sie enthalten zwar meist(z.B. im Odertal auf Blatt Schwedt, im Manteltal auf Blatt Königsberg usw.) reichlich Wasser, liegen aber zu nahe an der Oberfläche, so daß sie vor Verunreinigungen usw. nicht geschützt sind. Auch die obersten Schichten des Diluviums(Obere Sande, sandige Partien des Oberen Geschiebemergels usw.), in denen für gewöhnlich die älteren Dorfbrunnen stehen, sind meist gesundheitlich nicht ein­wandfrei. Dagegen gilt dies im allgemeinen für die tieferen Sand- und Kiesschichten, die durch mehr oder weniger undurch­lässige Deckschichten(Geschiebemergel, Ton und dgl.) von oben her abgedichtet oder wenigstens durch die filtrierende Wirkung mächtigerer Sandschichten geschützt werden.

So sind die wichtigsten Grundwasserträger unserer Blätter die tieferen Sand- und Kiesschichten, die zwischen den älteren Grundmoränenbänken liegen. Aus ihnen nehmen z. B. die Wasser­werke von Schwedt und Königsberg ihr Wasser.

Auch im Tertiär findet sich Grundwasser besonders in den gröberen kiesigen Sanden und Kiesen, das gelegentlich für eine Wasserversorgung in Frage kommen könnte. Doch wird in den meisten Fällen im Diluvium darüber geeignetes Wasser vorhanden sein, das im allgemeinen in seiner Beschaffenheit etwas günstiger ist als das Wasser in den tertiären Schichten.

Auch die gelegentlich angetroffene Obere Kreide enthält Wasser. So wurde, wie in Abschnitt B der Erläuterungen zu Blatt Angermünde ausgeführt wurde, beim Anbohren der Kreide in Angermünde artesisches Wasser in 245 m Tiefe angetroffen, das bis fast zur Erdoberfläche aufstieg.