Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 28, Blatt 60 [Neue Nr. 2951] (1936) Schwedt : geologische Karte / geogn. bearb. durch Th. Schmierer ..
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen

Bodenverhältnisse 27

Hier liegt ein ausgesprochener Kartoffel-Roggenboden vor. Es ist jedoch darauf zu achten, daß der Boden bei der Roggen­einsaat genügend fest gelagert ist. Neigt der Boden zur Ver­säuerung, so empfiehlt sich die Anwendung von Kalkmergel; da­neben braucht er Thomasmehl, Kali, Stallmist und Gründüngung in Form von Seradella. Die N-Dünger werden am besten in basischer Form gegeben.

Bodeneinschlag nördlich Bernikow, am Kossätenweg, ebenfalls im Talsand

20 bis 25 cm. Schwach lehmiger Sand, kalkfrei mit mittlerem Humus­

gehalt, lose, krümelige Struktur. Abgesetzt gegen

50 cm mächtig. Rötlichgelb, strenger lehmig als A, aber kalkfrei; durch­

wurzelt(Klee), primatische Struktur, übergehend in

Gelb, hell, lehmigsandig, leichter als B,. Durchwurzelt, kalkfrei, ohne

deutliche Struktur, übergehend in

Grau, kalkhaltig, sandiglehmig.

Ein Boden, dessen Nutzungsart davon abhängt, ob die Wirt­schaft, zu der er gehört, eine Roggen-Kartoffel-, oder Weizen­bzw. Gersten- und Rübenwirtschaft ist. Im ersteren Falle wird man ohne weiteres den Anbau von Kartoffeln befürworten können, für Roggen jedoch den Vorbau wurzelintensiver Futterpflanzen empfehlen. In der intensiven Fruchtfolge kommen- nach voran­gegangener Kalkung Gerste und Klee in Frage. Da dieser Boden frischer ist als der vorher beschriebene und Trocken­perioden besser überdauert, können hier auch Hafer und Futter­rüben gebaut werden. Der Boden braucht Stallmist und ist ohne Zweifel für eine Untergrundlockerung dankbar. Auch hier sind basische Dünger am Platze. Weizen und Luzerne werden. kaum befriedigende Erträge bringen, auch für Zuckerrüben ist es kein geeigneter Standort, weil der Boden zu weit entkalkt ist, und es Schwierigkeiten machen dürfte, den Untergrund soweit zu beeinflussen, daß die Gefahr des Beinigwerdens mit Sicher­heit ausgeschaltet ist. Eine dritte Aufgrabung im Bereich des Tal­sandes zeigte folgendes Profil:

Bodeneinschlag 950 m westlich Veilchenthal

2580 cm, mittlerer Sand von grauer Farbe, Humusgehalt ziemlich hoch, kalkfrei, langsam übergehend in

Ay: 5060 cm humoser Sand, kalkfrei, ziemlich plötzlich übergehend in

B: gelber, kalkfreier Sand etwa 30 cm, darunter

C: grauer Sand von derselben Korngröße und ebenfalls lose krümelnder Struktur.

Die erhebliche Mächtigkeit der humosen Oberschicht und das Fehlen einer deutlichen Horizontierung sind auch die Kenn­zeichen der Talsandböden bei Schwedt, auf denen der Tabakbau eine besondere Rolle spielt. Sie sind warm und locker und die