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Grad-Abtheilung 59, Blatt 30 [Neue Nr. 4451] (1924) Jessen / bearb. durch A. Klautzsch
Entstehung
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Öberflächenformen und allgemeiner geologischer Bau

Oberflächenformen und allgemeiner geologischer Bau

Blatt Jessen, zwischen 51° 30 und 51° 36 n. Br. und, 31° 50 und 32° ö.L. gelegen, umfaßt Teile der brandenburgischen Kreise Spremberg und Kalau und des schlesischen Kreises Hoyerswerda und gehört der sog. Niederlausitz. an.

Topographisch gliedert es sich in 2 scharf geschiedene Teile: die Nordhälfte bildet einen Teil der Hochfläche des sog. Lausitzer Grenzwalls, die Südhälfte ist ein Teil des ältesten Urstromtales, des sog. Breslau­Hannoverschen Haupttales, das in der Provinz Schlesien beginnt und sich durch die Ober- und Niederlausitz auf der Grenze zwischen Sachsen und Preußen weiter hinzieht. Größere Gewässer fehlen diesem Tale heute im Blattgebiet. Durch die dem oberen Talboden flach eingesenkten Alluvionen entwässern der Obere und der Untere Landgraben nördlich und südlich an Bluno vorüber westwärts zur Sornoer Elster, die bei Senftenberg in die Schwarze Elster. einmündet. Der Talboden fällt in seiner Tiefenlinie vorerst nach Westen zu von ca. 115 m auf 110 m Höhe ab. Der Talrand _ im Norden liegt in ca. 118 bis 113 m Meereshöhe. Der durchweg sandige

Talboden bildet eine etwas höher gelegene diluviale Talstufe mit örtlicher

.Verdünung, in der etwas tiefer gelegene, von jüngeren Alluvialbildungen erfüllte Senken und Rinnen liegen, in denen sich die heutigen Gewässer sammeln. Durch künstliche Aufstauchung sind besonders bei Haidemühl und in der Südwestecke des Blattes bei Geyerswalde eine große Zahl von Teichen, der Fischzucht dienend, geschaffen. Das Gebiet des Großen Lugteiches bei Sabrodt hingegen ist heute trocken gelegt und dient dem Wiesenbau und als Weide. Der Nordrand des Tales verläuft, von Osten, gen Westen, nordwärts Terppe vorüber und südlich von Gosda auf Haide­mühl zu und dicht nördlich an Proschim vorbei. Im flachen, ganz all­mähligem Anstieg erhebt sich nach Westen zu das Gelände und bildet dann weiterhin eine wechselnd breite Terrainwelle, die von Pulsberg über Jessen auf Welzow zu verläuft und besonders hier ziemlich schroff östlich der Tagebaue von Grube Clara, bis 145,7 m aufsteigend, in Erscheinung tritt. Ihr folgt im Gebiet der Wälder von Gosda, Jessen und Stradow eine wellige Hochfläche in etwa 130140 m Höhe mit aufgesetztem Dünen­rücken, der im Osten zwischen Roitz und Pulsberg eine breite Talmulde eingelagert ist, die nach Osten zu über Kochsdorfs zum Spreetal bei Spremberg hin entwässert. Noch weiter nach Norden zu folgt diesem Geländestreifen wiederum eine ebene, sanft nordwärts ansteigende Fläche, die sich gegen jenen scharf absetzt, in etwa 125130 m Meereshöhe, über die sich am Nordrande des Blattes noch einzelne Höhen bei Dollan bis ca. 150 m Höhe erheben, die einem neuen schon auf Blatt Drebkau verlaufenden OstWest ziehenden Höhenzug angehören,