Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 30 [Neue Nr. 4451] (1924) Jessen / bearb. durch A. Klautzsch
Entstehung
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Bergbauliches

In der Hauptsache liegen die Bergbaubetriebe des Blattgebietes inner­halb des von den diluvialen Ablagerungen der Haupteiszeit bedeckten Teiles der im Norden des breiten Urstromtales gelegenen Hochfläche, zwischen Welzow und Spremberg. Hier bauen im Westen bei Kausche die Grube Mariannenglück in zwei Tagebauen, dem West- und dem Ostfeld. Anschließend nach Süden zu folgen die Felder der Gewerkschaft Ein­tracht zu Neu-Welzow Clara I, Hindenburg und Clara II, von denen z. Z. Clara I in den Tagebauen. 1 und 3 und Clara II bei Haidemühl in Betrieb sind. Unter Tage bauen im Osten bei Roitz die Grube Consul und die Grube Anna bei Pulsberg. Auflässig geworden ist die Grube Gustav Adolf zwischen Terppe und Pulsberg. Verliehene Felder liegen außerdem noch im Gebiet von WolkenbergGribona und Stradow.

Innerhalb dieses ganzen Gebietes lagert unter einer mehr oder minder starker Decke diluvialer Bildungen und einer Folge. toniger, sandiger und kiesiger Schichten des Miocäns in fast horizontaler und ungestörter Lagerung das 814 m, im Durchschnitt etwa 10 m mächtige sog. Ober­flöz, dem unter einem Mittel von sandigen und tonigen Schichten mit zwischengelagerten dünnen Kohlenflözen, von ca. 50 m Mächtigkeit das etwa ebenso starke sog. Unterflöz folgt.

Geologische Beobachtung und Tiefbohrungen erweisen die Erosion des Oberflözes am Rande des alten Urstromtales; das Unterflöz hingegen zieht sich auch südwärts unter dem Talboden hindurch. Die zahlreichen Bohrungen von Terppe, Sabrodt und in der Hoyerswerdaer Forst trafen es fast allerorts in Tiefen von 20 35 45 m an. Im Gegensatz zum Oberflöz zeigt es vielfache Störungen, Sattelungen und Abrutschungen, die einem von Nordost wirkenden Druck ihre Entstehung verdanken. In diesem Gebiet liegen innerhalb unseres Blattes nur westlich Terppe die bisher noch unverritzten Felder der Grube Brigitta, die weiter östlich, jenseits der HoyerswerdaSpremberger Chaussee, innerhalb der Neudorfer Heide(Blatt Spremberg) z. Z. in einem größeren Tagebau bereits dieses Unterflöz abbaut. Die Kohle selbst ist im Gegensatz zu der stark lignitischen des Oberflözes mehr eine stückreiche Glanzkohle mit infolge des Druckes, den sie erlitten hat, z. T. schiefriger Struktur. Sie erscheint auch von dunklerer Farbe als z. B. die von Welzow und ist auf den Schichtflächen reich an Schwefelausblähungen. Baumstämme und-stümpfe sind nur wenige vorhanden, auch sind sie nicht von den bei Kausche und Welzow beobachteten Dimensionen.

Das Oberflöz streicht nach Westen und Süden aus, ungefähr in einer

Linie, die westlich von Grube Mariannenglück(Kausche) durch Neu-Welzow