Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 35 [Neue Nr. 4550] (1924) Hohenbocka / bearb. durch K. Keilhack
Entstehung
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30; Blatt Hohenbocka

schlüssen beobachten, daß die gleichen, von nordischen Bestandteilen, besonders Feuersteinen, freien- Quarz-Kieselschieferschotter,. in denen.. häufig Chalcedone, Achate und ähnliche Kieselsäuremineralien auftreten, ihre stratigraphische Stellung zwischen einer älteren, meist in ihrer Gesamtheit verlehmten Grundmoräne von großer bis 20 m betragender Mächtigkeit und einer jüngeren, nur wenige Meter mächtigen, ebenfalls verlehmten,, aber oft gänzlich ausgewaschenen und nur noch durch block­reiche Geschiebesande vertretenen Grundmoräne einnehmen. Die voll­kommen gleichen Kiese finden sich weiter im Norden in der Berliner Gegend in ‚zahlreichen Tiefbohrungen wieder und enthalten hier die bekannten, allgemein dem ersten Interglazial zugerechneten Paludinen­bänke. In der Lausitz sind in diesem Kieshorizonte bisher fossilführende Schichten nicht gefunden worden; trotzdem erscheint es berechtigt, auf Grund der Paludinenbänke und des nahezu völligen Fehlens nordi­‚scher Beimengungen diesen groben Kiesen ein intergläziales Alter zuzu­schreiben. BE

Die Bildungen der zweiten Eiszeit

_ Grundmoränen der zweiten Eiszeit, wie sie noch auf dem nördlich anstoßenden Blättern Senftenberg und Klettwitz auftreten, fehlen auf Blatt Hohenbocka ; an ihrer Stelle finden sich ausschließlich Sande und Kiese , die sich von den im vorigen Abschnitt beschriebenen durch ihren Reichtum an nordischen Beimengungen(Feuersteinen, kambrischen Quarziten und Konglomeraten, Gramniten, Gneis- und Hornblendegesteinen) auszeichnen, Immerhin herrschen auch in ihnen Quarz- und Kieselschiefergerölle süd­lichen Ursprungs noch entschieden vor. In der Karte ist die Mischung einheimischer und nordischer Gerölle durch ‚die betrefferiden: Zeichen(kleine Kreuzchen und Kreise für nordische Gerölle und Geschiebe, kleine Dreiecke für einheimische Gerölle) zum Ausdruck gebracht worden. Sand und Kies wechseln in. diesen Bildungen so regellos, daß es nur an wenigen Stellen(westlich Leippe) möglich war, besondere Kiesvorkommen(dg) ‚aus­-zuscheiden. Die großen. Erdarbeiten bei Erbauung ‚des Lautawerks gewährten einen lehrreichen Einblick in dıese regellose Mischung sandig­kiesiger Schichten sowohl in ihrer wagerechten wie in ihrer senkrechten Verbreitung. 3

In der Umgebung ıdes Steinberges und der beiden paläozoischen

Hügel bei Schwarzkollm enthalten diese Sande zahlreiche, wenig abgerollte, nur kantengerundete Stücke von Grauwacke und Hornfels, die aus dem Material der betreffenden Hügel stammen,

Die Mächtigkeit der glazialen Sande und Kiese , die in der Hochfläche ‚zwischen. Hohenbocka , Groß Koschen , dem. Lautawerk und Bahnhof Wiednitz ihre Hauptverbreitung haben, dürfte 15 m kaum überschreiten, In diesen Sanden und Kiesen lagen zwei riesenhafte Diluvialgeschiebe, Das eine, ein Granatgneisblock von 25.cbm. Inhalt, lag 1 km nordöstlich von Hohenbocka , 300 m. Östlich der Bahn. Er ist zu Bauzwecken gesprengt worden, war aber im Sommer 1919 in Trümmern noch voll­ständig vorhanden. Das zweite Geschiebe wurde bei den Abraumarbeiten auf Grube Heye III in ıder Südwestecke des Blattes gefunden und auf

einem kleinen. Schmuckplatze in der gleichnamigen Kolonie ‚aufgestellt. Es ­ist ein-4 m hoher Klotz von grobkörnigem Oneis.: