Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 35 [Neue Nr. 4550] (1924) Hohenbocka / bearb. durch K. Keilhack
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen

32 Blatt Hohenbocka .

die Eisenbahn ‚durchschnitten und man kann hier sehen, daß der südliche Kies in die Tiefe miedersetzt, so daß das nordische Diluyium nur eine dünne Oberflächenschicht bildet. Da es jünger ist, als die südlichen Kiese, muß es der zweiten Eiszeit zugeschrieben werden,)

Die Rücken selbst machen durch ihre Gestalt, ihre Anordnung und ihren Parallelismus durchaus den Eindruck endmoränenartiger Bildungen und das Auftreten der zahlreichen geschlossenen Becken und Senken bei Leippe und Johannestal verstärkt noch den Eindruck; daß wir uns hier in einer einstigen Randlage des Inlandeises befinden,

Die Bildungen der letzten Eiszeit

Sie bestehen ausschließlich aus dem Talsand des Urstromtales und seiner südlichen Nebentäler.. Bezüglich der letzteren muß ‚dahingestellt. bleiben, ob. ihre Ausfüllung mit ebengelagerten Sanden und Kiesen völlig in die Abschmelzperiode. der letzten Eiszeit fällt, oder ‚etwa bereits im entsprechenden Abschnitt der zweiten Eiszeit sich vollzog. Da eine Ent­scheidung dieser Frage nicht möglich war, sind alle Talsandflächen einheitlich als Bildungen der letzten Eiszeit mit gleicher grüner Farbe dargestellt werden. Die ebengelagerten Sande, dieser Stufe enthalten überall in großen Mengen kiesige Beimengungen, zum Teil aus einheimischen Quarzgeröllen: bestehend, daneben aber auch überall in großer Anzahl nordische Feuer­steine und andere Gerölle nordischer Herkunft.- Stellenweise nehmen die gröberen. Bildungen So zu, daß reine Kiese (dag) entstehen. Ein solches Kiesgebiet 1Aßt sich von Kolonie Erika bis Leippe und Wiednitz verfolgen; ein zweites erstreckt sich im nordwestlichen Achtel des Blattes vom großen Teich bis Bahnhof Hohenbocka. Im Urstromtal selbst scheinen diese kiesigen Beimengungen auf die untere Hälfte der Talsandauskleidung. beschränkt zu sein.

Das Alluvium

Als alluvial bezeichnen wir alle Ablagerungen, deren Bildung mit dem Verschwinden des letzten Inlandeises begann und bis heute fortdauert, oder

wenigstens. fortdauern könnte, wenn nicht durch menschliche Eingriffe, Eindeickungen, Trockenlegungen durch Bergbau, Ent- und Bewässerungs­anlagen, Teichwirtschaft, die äußeren Verhältnisse eine Umänderung er­fahren hätten. Mit den alluvialen Bildungen sind teils die Niederungen der Flußtäler erfüllt, die vielfach noch gegenwärtig von Hochfluten über­strömt. werden, teils die Einsenkungen und Rinnen der Hochflächen. Auf Blatt Hohenbocka beobachten wir folgende alluviale Bildungen: { Torf(at) 1. Humose Moorerde@ « ußsand(as) 2. Sandige{ Flugsand, Düne(D) 3. Tonige Schlick(asl) . Abschlämmassen(«) 4. Gemischte{ Aufgefüllter Boden(A). 1. Torf(at) lehnt sich in einer Reihe von einzelnen Flächen an die wasserreichen Kieshügel der Forst Hoyerswerda an und findet. sich, in ähnlicher Weise an die Hochfläche angelehnt, bei Hohenbocka , der Bär­