Die Grundwasserverhältnisse des Blattes
Behufs Beobachtung der durch ıden Bergbau hervorgerufenen Veränderungen im Grundwasserstand ist in der Osthälfte des Blattes eine größere Anzahl von Pegelbohrlöchern ausgeführt worden, in denen der Grundwasserspiegel regelmäßig beobachtet wird. Mit Hilfe dieser Pegelbohrungen konnte eine Grundwasserkarte der Osthälfte von Blatt Hohen bocka und der Westhälfte von Blatt Hoyerswerda angefertigt werden, aus welcher hervorgeht, daß ‚das Grundwasser sich innerhalb der Hochfläche von Süden nach Norden bewegt. Es beginnt in der Hoyerswerdaer Forst im Süden ‚des Blattes in mehr als 137 m Meereshöhe und senkt sich von da in nördlicher Richtung bis in die Gegend von Laubusch auf 113—114 m. Dort tritt eine vollständige Umkehrung in(der Bewegung des Grundwassers ein. Die Grundwasserkurven verlaufen nicht mehr von Osten nach Westen, sondern von Norden nach Süden mit einem Gefälle nach Westen. Daraus geht hervor, daß das Grundwasser zunächst direkt der Tiefenlinie des Urstromtales zustrebt, nach Erreichung derselben ihr folgt und seine Bewegung unter nahezu 90° dreht.
- Dieser große\Grundwasserstrom, der unser ganzes Blatt von Süden nach. Norden ‚durchzieht, erreicht mit seiner Oberfläche an mehreren Stellen die Erdoberfläche und tritt hier in Form von langgestreckten Quellenlinien zu Tage, die zur Entstehung einer Reihe von Torfmooren Veranlassung gegeben haben.. Von solchen Quellenlinien können wir zwei einander nahezu parallel laufende unterscheiden. Die südlichere liegt am Nordrand: der Hoyerswerdaer Forst und 1äßt sich von Koselbruch bis zum Südrand ‚des Blattes südlich Leippe verfolgen. Die zweite Quellenlinie folgt dem Nordrande‘der Haupthochfläche unseres Blattes von Hohen bocka über die Bärmühle, Lauta , die Bauermühle bis zur Fabrik Erika. Auch hier treten zum Teil kräftige Quellen auf, z. B. in Kolonie Lautawerk und südlich von Hosena , ferner Torfmoore, die zum Teil als Gehängemoore entwickelt sind und bei der Bär- und Plutomühle den Charakter von Zwischenmooren besitzen.;.
Am östlichen Kartenrande zwischen Schwarzkollm und Laubusch tritt dieser Grundwasserstrom unter die Decke des undurchlässigen ältesten Geschiebelehms und erfährt dadurch eine Umwandlung in artesisches oder Druckwasser, welches bei Anlage des Tagebaues Erika nicht unerhebliche Schwierigkeiten bereitet hat, nach deren Überwindung aber nahezu völlig verschwunden ist. Durch die tiefgreifende Senkung des Grundwassers infolge des Bergbaus- ist zwischen dem Tagebau Erika und dem Dorf Schwarzkollm ein beträchtliches Grundwassersenkungsgebiet entstanden, welches unsymmetrisch zum Tagebau liegt und sich hauptsächlich in ‚der der Bewegung des Wasser entgegengesetzten Richtung erstreckt..