Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 5 [Neue Nr. 4050] (1923) Straupitz / bearb. durch F. Kaunhowen
Entstehung
Seite
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Blatt Straupitz

Die Einheitlichkeit dieser eben beschriebenen Endmoränenstaffel wird trotz all ihrer Zerstücklung durch einen ihr auf ihrer ganzen Länge vor­gelagerten im Westen bis über 3 km breiten Sander bewiesen. Auch er ist im Westen in der Nähe der Endmoräne stark verdünt.

Hinter dem mittleren, mächtigsten Teilstück der eben beschriebenen Endmoränenstaffel liegt in den Jagen 5558 und ihrer Nachbarschaft der Staatsforst Lübben bei Waldow noch eine jüngere Staffel, die in ihrem westlichen Teile aus zwei scharfen Parallelrücken besteht. Auch von dieser Staffel geht ein Sander aus, der die davorliegende Hauptstaffel im Westen umfließt und sich mit dem von ihr ausgehenden vereinigt.

Ganz getrennte, aber scharf ausgeprägte kleine Endmoränenteilstücke bei Klein-Leine deuten auch auf eine Verbindung der Endmoränenstafieln der Gegend von Waldow mit den Endmoränenklötzen im Norden des Briesener Sees hin. Der Briesener See ist dadurch ausgezeichnet, daß in seiner nächsten Umgebung mindestens zwei mächtige Endmoränenstaffeln dicht zusammenkommen. Auch von den Endmoränen im Norden von ihm sind Sander ausgegangen, die stellenweise zwischen die Teilstücke der älteren Staffel hindurch bis an die Talsande des Spreewaldes hinanreichen. Das ganze Gebiet um den Briesener See ist aber dermaßen von Flugsand­bildungen, Dünen, beeinflußt, daß es zuweilen schwer hält, die ursprüng­lichen. Verhältnisse einwandfrei zu erkennen.

An dem Aufbau all dieser Endmoränen sind lediglich steinig-kiesige Sande beteiligt; Kies tritt verhältnismäßig zurück; Blockpackungen fehlen ganz; die Blockführung wechselt stark. An einigen Stellen tritt auch Geschiebemergel(bei Biebersdorf) auf. Ihre Umgebung überragen die Endmoränen meistenteils recht bedeutend, an einzelnen Stellen bis um 30 m. Der landschaiftliche Ausdruck dieser Endmoränenhöhen ist einesteils durch die Steilheit ihrer Gehänge, andernteils durch ihren Nadelwald­bestand gegenüber dem beackerten Vorland in der östlichen Blatthälite noch gesteigert. Die Endmoränen mit den davor aufgeschütteten Sandern bestimmen den landschaftlichen wie auch den geologisch-agronomischen Charakter großer Teile des Blattes. In den kiesig-sandigen Ablagerungen der Endmoränenhöhen ist der Grundwasserstand ein sehr tiefer; außerdem sind sie durch die atmosphärischen Wasser und den Wind ihrer tonigen und feinen sandigen Gemengteile beraubt und dadurch oberflächlich mit kiesigem und gröberem Gesteinsmaterial angereichert.

Einen lehrreichen Einblick in den Bau der Endmoränen gewährte ein Aufschluß in dem Endmoränenrücken bei Mühlendorf auf dem südlich anstoßenden Blatte Burg . Da-dieser Rücken zur südlichsten Staffel der auf dem Blatte Straupitz so großartig entwickelten Endmoräne gehört, so sei er hier erwähnt, obwohl er bereits auf dem südlichen Nachbarblatte Burg liegt(aber unweit der Blattgrenze gegen Straupitz ).

Bei der Mühle an der Ostgrenze des Blattes Burg ist der genannte Endmoränenrücken durch eine Lehmgrube aufgeschlossen. Es zeigen sich hier in der Rückwand der Grube 56 steil aufgerichtete und nach Süden übergekippte Schollen von Geschiebelehm, von denen jede einzelne sich gegen das Innere des Berges, in der Mächtigkeit von etwa 1 m auf %/, bis% m verjüngt; dadurch entsteht das Bild eines Fächers, dessen keilförmige Schuppen je weiter nach Süden, desto flacher liegen. Zwischen den einzelnen Schollen lagert zerrütteter, durch Druck geschichteter,