Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 26, Blatt 48 [Neue Nr. 2739] (1922) Schmolde / bearb. durch C. Gagel ..
Entstehung
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I. Die allgemeinen geologischen Verhältnisse des Blattes

Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß Blatt Schmolde von einer sehr breiten und mächtigen, wenn auch topographisch sehr wenig scharf abgesetzten und begrenzten Endmoränebildung durchzogen wird, die die Fortsetzung der westlich gelegenen mächtigen Moräne der Ruhner Berge bildet und zu den Endmoränen im SO bei Wittstock überleitet. Die Ober­flächenformen des Blattes sind allerdings alle so breit und flach abge­böscht, daß von den sonst für Endmoränen so charakteristischen, scharf _abgesetzten Wällen, Hügeln und Kuppen hier nichts zu sehen ist und nur die massige, hohe Erhebung des Höhenrückens bis zu. 153 m' und, die trotz aller Kulturarbeiten noch immer auffallend massenhafte Bestreuung mit großen Geschieben, die bei jedem"Tiefpflügen und jeder Graben­anlage immer wieder in ungezählten Massen zutage kommen, beweisen neben der topographischen Verbindung der Ruhner Berge mit den Endmoränenkuppen auf Blatt Wittstock die. Endmoränennatur der auf Blatt Schmolde vorhandenen Bildungen.

An zahlreichen Stellen zeigen gelegentliche kleine Aufschlüsse, daß hier vielfach ein außerordentlich steinreicher Moränenschutt vorhanden ist, den man kaum als Geschiebepackung, aber auch nicht als Geschiebe­lehm oder Geschiebemergel bezeichnen kann, sondern der so ziemlich auf der Grenze dieser Bildungen steht. Derartige Aufschlüsse waren 1919 z. B. auf der Höhe Cöte 116,9 südlich'Giesenhagen, aber auch inder Umgegend von Rapshagen mehrfach zu beobachten. Was für ungeheure Massen von Geschieben auch in demnormalen Geschiebemergel dieses Gebietes stecken, zeigen nicht nur die trotz allen Abtransportes immer noch sehr erheblichen Geschiebemengen an den. Wegen, Schlaggrenzen, Guts­grenzen usw. ein ungewöhnlich großes Geschiebe von> 4-3.>1,7m Dimensionen liegt oder lag früher in den Stepenitzwiesen nördlich von Penzlin , ‚wie tief esin der Erde steckte, war seinerzeit nicht. festzu­stellen! sondern zeigte sich auch. vorallen Dingen z. B. bei der Räumung des den Oberlauf des Kümmernitzbaches bei Gerdshagen bilden­den Grabens im Jahre 1912, wo eine vollständige Mustersammlung sämt­licher kristallinen skandinavischen Geschiebe(einschließlich der so ‚selte­nen Geschiebe des Kristianiagebiets) zutage kam. Auf Rapshagen ist Anfang des Jahrhunderts eine eigene Feldbahn zum Abtransport der Ge­schiebe gebaut, und trotzdem sind inzwischen schon wieder so viele Ge­schiebe zutage gekommen, daß die Gegend jetzt noch auffallend ge­schiebereich ist.;

Es ist bei den sehr verschlungenenGrenzen von Geschiebemergel u Geschiebesand bzw. bei der stellenweise kaum möglichen Abgrenzung