Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 26, Blatt 48 [Neue Nr. 2739] (1922) Schmolde / bearb. durch C. Gagel ..
Entstehung
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Das Alluvium 15

Dahin gehören vor allem die Ablagerungen abgestorbener und ver­‚wester ‚Pflanzenstoffe, die verschiedenen Torf bildungen, die in den

Tälern und abflußlosen Vertiefungen der Hochfläche sich vorfinden und einen ‚Teil der Seen mehr oder minder ausgefüllt haben.

Der Torf(at) kann nur unter teilweiser Wasserbedeckung entstehen, die.den freien Zutritt der Luft und damit die vollständige Zersetzung der ‚abgestorbenen Pflanzen verhindert. Er findet sich. deshalb außer in den abflußlosen Vertiefungen der Grundmoränenlandschaft, wo die Niederschläge sich auf dem schwerdurchlässigen Untergrund ansammeln, auch in den Vertiefungen der Sandgebiete, die unter den allgemeinen Grundwasserstand herunterreichen. Je nach der Pflanzenwelt, die sich nun an diesen Stellen ansiedelt, undıder'mehr oder minder vollständigen Zersetzung der Pflanzen entstehen nun die verschiedenen"Torfsorten. An der Zusammensetzung des gewöhnlichen Brenntorfs sind beteiligt außer den verschiedenen Arten von Torfmoosen, Riedgräsern, Wollgräsern, Schilfen und Beerenkräutern, oft noch die Überbleibsel von Kiefern und Birken, die auf dem Moore wuchsen, und von denen man sehr häufig die Wurzeln und ganze Stämme im Moore findet.;

Die Mächtigkeit des Torfes ist sehr verschieden, je nach der Tiefe der ursprünglichen Wasseransammlung, steht aber in ‚gar keinem Ver­hältnis zu der Größe der Torffläche; ‚meistens ist sie in den Torfbrüchen und Moorwiesen nur ganz gering. Im Untergrunde besonders der größeren Torfbrüche findet man oft eine eigentümliche braune| bis grünbraune oder grünliche, schmierige Masse, die zum Teil das ist, was landläufig als Lebertorf bezeichnet wird und aus Resten einer mikroskopischen Flora, Algen usw., und Fauna, Schalenkrebschen usw., sowie den Aus­leerungen der letzteren besteht,. zum Teil auch) noch außer diesen Bestand­teilen mehr oder minder reichliche Beimengungen von tonigen, durch Humussäuren gebundenen und zersetzten Massen enthält und dann'unge­fähr dem entspricht, was die schwedischen Geologen Gyttja nennen, und was neuerdings bei uns als Faulschlamm bezeichnet wird.

Mit Moorerde(ah) wird ein durch sehr reichliche Beimengungen von Sand und sonstigen mineralischen ‚Substanzen stark verunreinigter Torf ‚oder Humus bezeichnet, oder auch nur. ein mit reichlicher Bei­mengung von Humus versehener Sand; tatsächlich! genügen verhältnis­mäßig sehr geringe Mengen von Humussubstanz(2,5%), um einer ganz überwiegend aus Sand(oft auch aus lehmigen Bestandteilen) bestehenden Masse im feuchten Zustande sehr dunkle Farbe, große Bündigkeit, kurz das Aussehen eines sehr unreinen Torfes zu geben.

Endlich finden sich in den Senken und Vertiefungen vielfach Ab­schlämmassen(@), die vom Regen zusammengespülten meistens durch humose.Beimengungen schmierigen Oberflächenbestandteile der Um­gebung.