Oberflächenformen und Gewässer
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tenfolge abgelagert, bis endlich am Ende der Miocänzeit das Gebiet den ablagernden Kräften entrückt und zu trockenem Festlande wurde, in welchem nur noch die Abtragung eine Rolle spielte( dritter Zyklus).
In diesem jüngsten Zeitabschnitt der Tertiärs, dem Pliocän, erfolgte wahrscheinlich die Ausfurchung der tiefen Täler, die das Braunkohlengebirge durchziehen, im Diluvium wieder vollständig zugefüllt und wieder eingeebnet wurden. Diese alten, verschütteten Täler, die auch auf Blatt Ruhland in charakteristischer Weise vorhanden sind, werden von dem Lausitzer Bergmann als Auswaschungen bezeichnet.
Auf Blatt Ruhland fehlt der dritte Zyklus vollkommen. Vom zweiten Zyklus sind nur ein paar Meter der tiefsten Schichten entwickelt, dagegen haben das Unterflöz und die darunter lagernden Sande des Zyklus I eine ausgedehnte Verbreitung. Dabei sei noch bemerkt, daß auf dem nördlichen Teile die Entwicklung der Braunkohlenformation dem oben mitgeteilten Schema entspricht, während auf dem südlichen Teile, etwa südlich der Bahnlinie Ruhland- Hohenbocka, statt des mächtigen Unterflözes stellenweise zwei schwache Lager vorhanden sind, die von bis 112 m mächtigen Schichten feiner, glimmerführenden Sande oder dunkler zäher Tone getrennt werden. So ergaben zwei Bohrungen am Bahnhof Schwarzbach und im Jagen 52 des Hohenbockaer Forstes folgendes Profil:
Bh. Schwarzbach
Diluviale Decke
Grauer mittelkörniger Sand Bräunlicher, glimmerführend.
feiner Sand
دو
E
7,00 m
5,20
"
3,50
feiner, grauer, glimmerführend. Sand feiner, bräunlicher Sand unreine Braunkohle. feiner, grauer Sand.
2,75 m
8,70
0,40
27
8,-
22
99
0,60"
Jagen 52
Diluviale Decke
41,00 m
19
Kohle
2,40
Mittel
Kohle
9,00 0,20
12
dunkelgr. Braunkohlenletten 1,50 feiner, dunkelgrauer Sand dunkelgr. Braunkohlenletten 0,40 feiner, grauer, glimmerführend. Sand Braunkohle.
2,50 0,45
22
E
Diese Profile, die sich in bezug auf die Flözpartie nicht mit dem Lausitzer Normalprofil vergleichen lassen, gehören wahrscheinlich zu einem vom Hauptbecken während der Entwicklung des Unterflözes abgeschnürten Nebenbecken, das sich hauptsächlich auf dem südlichen Teil von Blatt Ruhland, aber auch auf den sich östlich anschließenden Blättern bis in die Gegend von Hoyerswerda ausdehnt. Für eine spätere Abschnürung und nicht für eine von Grund auf getrennte Beckenbildung spricht die Entwicklung der Schichten unter dem 1. Flözchen, die durchaus derjenigen des Lausitzer Normalprofils entspricht( vergl. Bohrung 7). Große Flächen des südlichen Teils von Bl. Ruhland sind auch vollkommen kohlefrei. Dies kommt in der geologischen Karte durch die Eintragung des Ausgehenden der dort entwickelten Braunkohle zum Ausdruck.