A Oberflächenformen und Gewässer 13 Auch die blaugraue Farbe ist allenthalben verschwünden, da die sie verursachenden Eisenoxydulverbindungen durch die Tätigkeit‘ der At; mosphärilien in Eisenoxydhydrat verwandelt worden sind. So ist der
_ Geschiebemergel im Laufe der Jahrtausende allmählich zu jenem dunkelbraunen, mehr oder weniger sandigen Lehm ‚geworden,: wie wir ihn heute in allen einschlägigen Aufschlüssen beobachten können. Er ist namentlich auf. der Hochfläche östlich von Guteborn entwickelt,
tritt aber nirgends unmittelbar an die Erdoberfläche. Am besten ist er in der großen Glassandgrube bei Guteborn aufgeschlossen, wo er an der Nordwand bis 7 m mächtig über den Schichten der Braunkohlenformation ansteht. Allerdings ist er hier so sandig entwickelt, daß er z. T. den Eindruck von lehmigem. Sand macht: Toniger ist er
“in der Lehmgrube am Forsthaus nördlich vom Weinberg. Im. Bereiche des Urstromtals ist er meistens von den Schmelzwassern späterer Eiszeiten zerstört worden. Blockpackungen, die man hier und da über dem Braunkohlengebirge antrifft, mögen im wesentlichen ‚die Ueberreste jener mächtigen. Grundmoränendecke sein. Zwischen der ältesten und der zweiten Grundmoräne finden sich in den Bohrungen 8, 9 und 10 8—13 m mächtige Sande, über deren Stellung nichts Sicheres auszusagen ist. Vielleicht sind es Nachschüttungssande der ältesten oder Vorschüttungssande der zweiten Vereisung; auch die Möglichkeit, daß es z. T. interglaziale Bildungen sind, muß erwogen werden, ‚da an vielen Stellen der Niederlausitz zwischen erster und zweiter Grundmoräne interglaziale Schichten nachgewiesen worden sind.
b) Die Bildungen der ersten Zwischeneiszeit
Als nächst jüngere Bildung haben jene groben Schotter zu gelten, die ausschließlich aus einheimischem Material, im wesentlichen Milchquarze(60%) und. Kieselschiefer,. bestehen. Dazu treten silurische Quarzite aus Nordsachsen , Lausitzer Granite, Gerölle aus dem sächsischen Rotliegenden(verkieselte Hölzer), zahlreiche Kieselsäuremineralien, die als Ausfüllung von Hohlräumen in porphyrischen Eruptivgesteinen bekannt sind, z. B. Achate, Chalcedone und Karneole, die auf die Randgebiete der Sudeten im nördlichen Schlesien hinweisen... Nach Keilhack sollen auch Basalte und Sandsteine der sächsischen Kreide darin vorkommen. Diese bis 20 m mächtigen Schichten liegen, wie zahlreiche Aufschlüsse auf den Blättern Senftenberg und
- Klettwitz bewiesen haben, zwischen den Grundmoränen der‘ ersten und zweiten Vereisung. Da ihnen nordisches Material fast vollkommen fehlt, nimmt man an, daß sie zu einer Zeit entstanden sind, in welcher von Süden her kommende Flüsse unser Gebiet berührten, und daß jede Mitwirkung von aus Norden kommenden Schmelzwassern bei der Entstehung dieser Bildungen ausgeschlossen war. Sie sind deswegen als interglazial aufgefaßt und so in der Karte dargestellt worden, weil weiter nördlich in völlig gleichen. Kiesen die Bänke mit der als Leitfossil des ersten Interglazials geltenden Paludina diluviana
liegen.