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Bodenkundlicher Teil
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Wir ersehen also daraus, daß der Geschiebemergelboden kein gleichartiges Gebilde ist, sondern- ganz abgesehen von der ursprünglichen ungleichmäßigen Zusammensetzung des Muttergesteins je nach dem Grad der Verwitterung aus sandigem Lehm oder mehr oder weniger lehmigem Sand besteht, während er nach unten zu allmählich in Lehm oder Mergel übergeht. Er ist imstande, die Feuchtigkeit gut zu bewahren, ohne eigentlich Nässe festzuhalten und gibt mithin einen sehr wertvollen Ackerboden ab. Gegenüber dem Tonboden hat er den Vorteil, daß er bei anhaltender Trockenheit keine größeren Risse bekommt und sich stets leichter bearbeiten läßt als dieser.
Geschiebemergel- bzw. Geschiebelehmboden hat im Bereiche der Lieferung keine größere Verbreitung. Er kommt nur in kleinen Flächen, z. B. bei Hohenleipisch und Döllingen, sowie bei Theresienhütte und Drössigk vor.
Ueber die mechanische Zusammensetzung des Geschiebemergelbzw. Geschiebelehmbodens sowie über seine chemische Beschaffenheit geben nachstehende Tabellen Aufschluß.
1. Mechanische Zusammensetzung und Kohlengehalt einer Anzahl von Geschiebelehmen der Niederlausitz Analytiker: Dr. Laage
Wassergehalt bei 105°
Entspricht lufttrock.
Tonhalt. Teile
Sand
Kohlenstoffgehalt
Braun
kohle bei
Annahme
2 bis
von
50% C
1 mm
1 bis 0,5 bis 0,2 bis 0,1 bis 0,05 bis 0,5 mm 0,2 mm 0,1 mm
0,05 mm
0,01
Staub Feinst. unter 0,01
Summa
mm
mm
4
Grube Anna
64,4
31,2
0,99% 0,65% 1,30%
6,4
8,8 22,4 18,4 8,4 15,6 15,6
100,00
Grube
58,4
37,2
Erika Bl. Hohenbocka
1,04% 0,82% 1,64%
100,00
6,4
6,4 20,8 11,6
13,2
14,8 22,4
Grube Marie II
67,6
24,8
0,78% 0,87% 1,74%
100,00
7,2 8,8 21,6 18,8
11,2 12,4 12,4
Grube Eva
71,6
16,0
Bl. Klettwitz
0,77% 1,08% 2,16%
100,00
7,6
13,2 19,2 21,6
10,0
7,6 8,4
Grube Berta
72,8
23,6
Bl. Klettwitz
1,83% 6,87% 13,74%
100,00
5,6
8,4 32,0 16,8
10,0
11,3 12,3