Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 59, Blatt 34 [Neue Nr. 4549] (1927) Ruhland / geologisch und agronomisch bearb. durch P. Assmann
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen

33

Bodenkundlicher Teil

4. Der Kiesboden

Der Kiesboden besitzt nur eine geringe Verbreitung im Gebiet unserer Lieferung. Seinem geologischen Auftreten nach kannman zwei verschiedene Arten unterscheiden:

a) Kiesböden der diluvialen Hochflächen, b) Kiesböden des diluvialen.Urstromtals.

a) Kiesböden der diluvialen Hochflächen

finden sich nur in örtlicher Verbreitung,besonders im Zuge der End­‚moräne. Hierzu gehören z. B. die Kiesrücken bei Guteborn und der Glassandgrube westlich Hohenbocka . Ihrer geringen Qualitäten halber dienen sie meist. nur forstwirtschaftlichen Zwecken.

b)Kiesböden des diluvislen Urstromtals

kommen auf den Blättern Ruhland und Mückenberg, und zwar dort hauptsächlich rechts der Schwarzen Elster vor. Da ihnen das ganz grobe Kiesmaterial fehlt, und sie stellenweise einen ziemlich hohen Grundwasserstand besitzen, werden Sie westlich von Guteborn: sogar mit Feldfrüchten bebaut. Im allgemeinen werden sie aber. nur als Waldflächen genutzt.;;

5. Humusboden

Humusboden'tritt in weiter Verbreitung in den Niederungen des Urstromtales und des Beckens von Oppelhain auf. Er wird im wesent­lichen aus Torf und Moorerde gebildet. Die Moore entstehen durch Anhäufung und Zersetzung abgestorbener Pflanzenteile. Die haupt­sächlichsten Torfbildner der Flachmoore sind Binsen, Schilfrohr, Bitter­klee und andere Sumpfpflanzen(den Sumpftorf bildend), Sauergräser (den Grastorf bildend), Erlen, Birken und Fichten(den Waldflach­moortorf bildend).- Alle diese Pflanzen brauchen zum Gedeihen nähr­stoffreiches Wasser. Das zeigt sich denn auch in der chemischen Zusammensetzung des Flachmoortorfes, dessen Humus sich ‚durch eine reichliche Beimengung von mineralischen Bestandteilen aus­zeichnet.;

Flachmoortorf verwittert bei genügender Entwässerung von selbst schr leicht und gibt eine leichte, lockere Krume. Er-ist meist reich an Stickstoff, vereinzelt, auch an Kalk, dagegen arm an Kali und. Phosphorsäure. Danach muß sich die Düngung richten.

Der Moorerdeboden ist ein mit stark mineralischen. Beimengun­gen, insbesondere mit Sand, vermischter Humusboden. Er läßt sich leichter kultivieren als die reinen Humusböden und daher unschwer zu ertragreichem Garten- und Gemüseland umwandeln.