Teil eines Werkes 
1983 = [Neue Nr. 3653] (1929) Frankfurt a.d. Oder / geolog. und agronom. bearb. durch K. Keilhack ...
Entstehung
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20 A; Blatt Frankfurt a. O.

ihn innerhalb des Plateaus nur in sehrvereinzelten Flächen zu Tage aus­gehen, während er am Abfall des Plateaus zum Haupttal oder zu den Nebentälern vielfach in Gestalt von schmalen Bändern auftritt. Auch aus den Talsandgebieten in der Südostecke ‚des Blattes taucht der Geschiebe­mergel noch in einer Anzahl von Inseln empor. In Bezug auf seine Zu­sammensetzung unterscheidet. er sich ‚in. keiner Weise von dem bereits oben besprochenen älteren Geschiebemergel der gewöhnlichen Ausbildung. Wie jener besteht er aus einem schichtungslosen Gemenge von Steinen, Kies, Sand und Ton. Im ursprünglichen Zustande ist ihm ein Kalkgehalt eigentümlich, der zwischen 7 und 15°%o beträgt, und zwar ist der Kalk in Bezug auf seine Korngröße so.m Geschiebemergel verteilt, daß die größte Menge von ihm in den feinsfen staubigen und tonigen Teilen und in den grobkiesigen. und. steinigen' Beimengungen enthalten ist, während die mittelkörnigen Sande, die an seiner Zusammensetzung teilnehmen, sehr kalkarm sind... Der Geschiebemergel ist als eine Grundmoräne des Inland­eises aufzufassen, als der beim Abschmelzen des Eises zu Boden gesunkene, vorher durch eine mächtige Eismasse verteilte, vom Gletscher transportierte und zu allen möglichen Korngrößen zerriebene Gesteinsschutt. Er schmiegt sich deckenförmig an das Gelände an, steigt auf die Höhen empor und zieht sich unter zahlreichen minder tief eingesenkten Rinnen der Hochfläche hindurch. Die Mächtigkeit des jüngeren Geschiebemergels ist wie die des ‚Älteren beträchtlichen Schwankungen unterworfen, dürfte aber in der Mehrzahl der Fälle 56 m kaum überschreiten. Der Geschiebemergel tritt in seinen Verbreitungsgebieten durchaus nicht als solcher zu Tage, sondern ist vielmehrfast überall von einer mehr oder weniger mächtigen sandig­lehmigen Schicht: überkleidet, die ‚durch Verwitterung aus ihm hervor­gegangen ist, so daß der eigentliche kalkhaltige Geschiebemergel nur in künstlichen Aufschlüssen zu beobachten ist. Diese Verwitterungsbildungen, welche die wertvollsten Ackerböden der Hochfläche darstellen, werden im bodenkundlichen Teil eine nähere Besprechung erfahren. Hier sei nur bemerkt, daß ihre Mächtigkeit gewöhnlich 1--1'/2» m beträgt und 2 m nur ausnahmsweise überschreitet.

Stark abweichend ist die Ausbildungsweise des Oberen Geschiebemergels als außerordentlich tonige Lokalmoräne.Diese ist auf den schmalen ost­westlichen, von der: Stadt Frankfurt über Nuhnen hin verlaufenden Streifen von 11/2 km Breite beschränkt. Innerhalb dieses Streifens ist diese fette Grundmoräne, die in der Karte durch etwas stärkere Reißung von dem normal ‚entwickeltenGeschiebemergel unterschieden ist, durch eine große Zahl von Ziegeleigruben ‚aufgeschlossen und der Beobachtung zugänglich gemacht worden. Man sieht in diesen Gruben, daß es sich um ein unge­schichtetes Gebilde handelt; sobald man aber den Ton im einzelnen prüft, nimmt man an vielen Stellen wahr, daß er zusammengesetzt ist aus kleinen und kleinsten,'auf das innigste miteinander verkneteten Bröckchen eines ursprünglich geschichteten Tones. Zugleich lassen die Wände der Gruben an gewissen Färbungsunterschieden erkennen, daß Massen von verschiedener Farbe und Zusammensetzung in großartigster Weise miteinander verknetet sind. Noch an anderen Stellen sieht man, daß feingeschichtete Mergelsande in die Grundmoräne-hineingearbeitet sind, wobei ihre ursprünglich parallele Horizontalschichtung in der auffälligsten Weise zerknittert worden ist. Wieder an ‚anderen: Stellen treten danninmitten dieser durch eingearbeitete Tone