Teil eines Werkes 
1983 = [Neue Nr. 3653] (1929) Frankfurt a.d. Oder / geolog. und agronom. bearb. durch K. Keilhack ...
Entstehung
Seite
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Blatt Frankfurt a. O.

Die Oberflächenformen der vom jüngeren Sande eingenommenen Ge­biete lassen zwei verschiedene Landschaftstypen erkennen: entweder ebene oder flachwellige Gebiete, wie im größten Teil der Lebuser Hochfläche, oder ein Hügelgewirr mit dazwischen liegenden, rings geschlossenen, mit Wasser, Moor oder zusammengeschwemmten Massen erfüllten größeren und kleineren Einsenkungen, Gebiete, die als endmoränenartige Erscheinungen aufzufassen sind. Sie sind auf Bl. Frankfurt wesentlich auf die östliche Hochfläche beschränkt, und ziehen sich hier in einem 12 km breiten Streifen vom Odertalrand bei Schwetig durch den Frankfurter Stadtforst auf den Bahnhof Kunersdorf zu, treten dann bei der Rätschmühle von O her wieder in die Karte ein und durchziehen die Nordostecke vom Heiligen See aus bei Trettin vorüber bis zum Nordrand des Blattes. An die wellig­kuppige Moränenlandschaft zwischen Schwetig und Blankensee schließt sich nach S hin die weite Sandebene an, die auf unserem Kartenbild als die höchste Talsandterrasse dargestellt ist. Es geht daraus hervor, daß sie zu einer Zeit von den Schmelzwassern aufgeschüttet wurde, als der Eisrand auf der durch diesen Endmoränenzug angedeuteten Linie lag.

An Sedimentärgeschieben fanden sich nach gefälliger Mitteilung des Herrn Prof. Dr. H.ROEDEL im Gebiete des Meßtischblattes Frankfurt die folgenden.

1. Algonkische Geschiebe

Dalasandstein, dunkelziegelroter Quarzit, zuweilen mit Wellenfurchen. Sehr häufig, auch in Platten; wird als Pflasterstein benutzt, auch zu Platten an Türeingängen in den Dörfern.

2. Kambrische Geschiebe

Sandsteine, mittelkörnig, grobkörnig bis konglomeratisch, mit rotem Feldspat und spär­lichen violetten Quarzkörnern. Oft fleckig. Häufig.;

Skolithensandstein(Wurmsandstein). Mehrfach auch mit Manganflecken. Nicht selten.

Hardebergasandstein, quarzitähnlich. Ziemlich häufig.

Nexösandstein, kaolinführend,'häufig. Auch von Konglomeratstruktur, seltener.

Grüne Schiefer, ziemlich häufig.

Tigersandstein(grauer Sandstein mit braunschwarzen Manganflecken), ziemlich häufig,

Tessinisandstein(mit Paradoxides tessini), selten.

Stinkkalk mit Agnostus pisiformis, nicht selten mit verschiedenen anderen Fossilien.

Stinkkalk mit Parabolina spinulosa und Orfhis lenticularis, sehr selten.

Stinkkalk mit Pe/tura scarabaeoides, sehr selten.

3. Untersilurische Geschiebe

Orthocerenkalk, kommt als unterer roter, unterer grauer, oberer roter und oberer grauer Orthocerenkalk vor. Letzterer ist sehr häufig, auch in großen Platten gefunden, auch der obere rote ist mit vielen Versteinerungen vertreten.

Echinosphäritenkalk, meist vom Alter desjenigen, der dem oberen roten Orthocerenkalk äquivalent ist. Aber auch der Echinosphäritenkalk mit Chasmops conicophthalmus kommt, wenn auch selten, vor.

Macrouruskalk(Rollsteinkalk), nicht selten.

Backsteinkalk, häufig.

Cyclocrinuskalk mit Cyc/. spaskıt, selten.

Ostseekalk(einschließlich Wesenberger Gestein), ziemlich häufig.

Hulterstadkalk, mit Skolithen und grünlich-erdigen Einschlüssen, sehr selten(1 Stück, 1927).

Paläoporellenkalk, selten.

4. Obersilurische Geschiebe

Grünlich-graues Graptolithengestein, fand sich sehr zahlreich in der Kiesgrube bei der Anlage des Stadions.