Teil eines Werkes 
1837 = [Neue Nr. 3446] (1937) Berlin-Nord : [geologische Karte] / geolog. und agronom. für die 2. Aufl. bearb. durch C. Dietz ; unter Benutzung der Aufnahme von G. Berendt vom Jahre 1881/82 für die bebauten Gebiete
Entstehung
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A. Oberflächengestalt und geolosischer Bau des weiteren Gebietes

Die Meßtischblätter: Berlin-Nord, Berlin-Süd, Schönerlinde, Friedrichsfelde und Köpenick um­fassen die Kernstadt Berlins, sowie die nördlichen, östlichen und die südlichen Vororte. Die Erstauflage der geologischen Blätter erschien vor über 50 Jahren, sie ist seit langem vergriffen. Inzwischen sind wiederum zahlreiche Beobachtungen über den Untergrund Berlins gemacht bei Bohrungen und bei Gründungs­arbeiten für Häuser und für Kanal- und Untergrundbahnbauten. In den letzten Jahren wurde dann eine geologische Neuaufnahme der Oberfläche durchgeführt, die nunmehr auf der neuesten Topographie veröffentlicht wird. Diese Karten sollen in erster Linie ein Bild von der geologischen Zusammensetzung der Erdoberfläche geben. Sie sollen aber auch dem Praktiker bei der Beurteilung des Untergrundes zur Hand gehen, sei es bei der Ausführung von Bauten und den damit zusammenhängenden Untergrundarbeiten, sei es für die Beantwortung von Wasser- und Siedlungsfragen(F. KAUNHOWEN 1911).

Die Gestaltung der Oberfläche und der geologische Bau Berlins und der weiteren Umgebung sind. durch Vorgänge entstanden, die mit den Vergletscherungen in der Eiszeit auf das engste verknüpft sind. Die jüngeren, im Alluvium eingetretenen Ver­änderungen sind demgegenüber nur gering. In den Eiszeiten wurde von den Gletschern Gesteinsmaterial aus dem hohen Norden nach dem Süden verfrachtet, das in bestimmten Phasen bei uns zur Ablagerung gelangt ist. So kann man für Norddeutschland drei große vom Norden kommende Eisvorstöße annehmen. Zwischen ihnen lagen lange Zeiten mit warmem Klima; diese bezeichnet man als Zwischeneiszeiten oder Interglazialzeiten. Im Untergrunde Berlins sind stellenweise durch Bohrungen alle drei Vereisungen mit den dazu gehörenden beiden Interglazialen nachgewiesen worden. Die Stillstandslagen der Eisränder werden durch besondere Anhäufungen von Moränenschutt, sogenannter Endmoränen, gekennzeichnet, während im Hinter­lande die Gesteine unter dem Gletscher zur Grundmoräne in eine sandig-tonige Masse zerquetscht und verknetet wurden. Dieses Ge­menge wird als Geschiebemergel bezeichnet. Es sieht unverwittert blaugrau aus und ist mit größeren und kleineren Geschieben durch­