Müggelberge, Friedrichshagener Sander 19
der Müggelberge aus der Großen Krampe bei Müggelheim auf. Dann folgt ein flachkuppiges Sandgebiet mit kiesiger Bestreuung, das bis 60 m ansteigt. Mit einem deutlichen Absatz beginnen nun die eigentlichen Müggelberge, die von der Bismarck-Warte gekrönt werden. Der höchste Punkt liegt mit 114,7 m östlich des Turmes. Die Landschaft besteht hier aus steilen Kuppen und tief eingeschnittenen Tälern. Nach W zu werden die Kuppen allmählich niedriger und enden schließlich in 70,2 m Höhe in den Kanonenbergen, Hier liegt ein großer Aufschluß, der einige Anhaltspunkte über die Entstehung der Müggelberge liefert. In der ausgedehnten Sand- und Kiesgrube ist das Inter glazial II aufgeschlossen, das bereits vom Rauhen Berge in Mariendorf beschrieben wurde. Auch hier besteht es aus schwach faulschlammhaltigen Sanden mit Pflanzenresten. Das Interglazial ist steil gelagert, auch die Schichtung der Sande und Kiese ist an einigen Stellen stark gestaucht und gefaltet, man hat den Eindruck einer Aufpressung aus dem Untergrunde. Berücksichtigt man die Lage der Müggelberge, so ist der Zusammenhang mit der Aufpressungslinie, die von den Soldatenbergen über die Rauhenschen Berge bei Petersdorf zieht; offensichtlich. Wahrscheinlich sind durch die Pressungsvorgänge im Eis, wenn nicht gar durch echte tektonische Vorgänge, Höhengebiete geschaffen worden, in denen der. tiefere Untergrund mit aufgefaltet wurde. In den Rauhenschen Bergen ist das Tertiär und in den Müggelbergen das Interglazial herausgefaltet worden.
Im Zuge der Endmoräne liegt nordwestlich von Müggelheim eine größere Geschiebemergelfläche, auch am Ufer der Großen Krampe steht Geschiebemergel an, in seiner Nähe tritt eine Quelle zutage. Schließlich ist noch ein größeres Geschiebemergelvorkommen östlich der Kanonenberge zu erwähnen.
Von S her steigen die Müggelberge mit einem Steilrand aus dem Urstromtale an, dann dachen sie sich nach N zu ab, hier setzt eine schräg zum Großen Müggelsee geneigte Fläche ein, die in der Karte als Sander bezeichnet ist. Der Sander zieht sich bis an den Spreelauf bei Köpenick hin, auf seiner Oberfläche ist im allgemeinen eine stärkere kiesige Bestreuung zu finden. Nördlich der Müggelberge sei in der Sanderfläche auf ein Vorkommen von tonstreifigem Sand verwiesen. Am Nordrande der Müggelberge vereinigen sich einige kleine Tälchen zum Kessel des Teufelssees, der zur Diluvialzeit, wahrscheinlich durch
Ausstrudelung, entstanden ist.
d) Friedrichshagener Sander
Der Friedrichshagener Sander zieht sich von einer Höhenlage von 42 m über NN an der Barnim-Hochfläche auf 35 m NN bei Köpenick und bis 32 m NN am Großen Müggelsee hinab. Diese Fläche ist in der alten geologischen Karte des Blattes Köpenick teilweise bereits als ein
2*