Teil eines Werkes 
1837 = [Neue Nr. 3446] (1937) Berlin-Nord : [geologische Karte] / geolog. und agronom. für die 2. Aufl. bearb. durch C. Dietz ; unter Benutzung der Aufnahme von G. Berendt vom Jahre 1881/82 für die bebauten Gebiete
Entstehung
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N

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Vortertiärer Untergrund 25

b) Muschelkalk von Rüdersdorf

Auch bei Rüdersdorf durchragen ältere Gesteine das Deckgebirge. In einem ost-westlich streichenden Rücken von 3% km Länge wird Muschelkalk gebrochen, die Schichten fallen durchschnittlich mit 12° nach N ein. Am Kalksee ist ein gutes Profil durch die Tone des Oberen Buntsandsteins mit Gips- und Kalkmergelbänken aufgeschlossen. Nach N folgt der Muschelkalk, dessen Unterkante in der nördlichsten Ton­grube am Kalksee zu beobachten ist. Vom Muschelkalk werden haupt­sächlich Teile des Unteren Muschelkalkes in ausgedehnten, tiefen Brüchen abgebaut. Die mergeligen Kalke des Mittleren Muschelkalkes und der Obere Muschelkalk liegen nördlich hiervon. Weiter im N ist bei Tasdorf der Untere und der Mittlere Keuper erbohrt. Mit Tief­bohrungen wurde das Salzgebirge des Oberen Zechsteins im tiefen Untergrunde angefahren, es liegt hier regelmäßig im Schichtenverbande und ist nicht wie in Sperenberg aufgepreßt. Gleichfalls sind der Untere und der Mittlere Buntsandstein über den Salzschichten erbohrt(E. ZIMMERMANN I 1923).;

c) Tiefere Bohrungen im Untergrunde Berlins

Auch in Berlin sind die älteren Gesteine mehrfach unter dem Tertiär erbohrt worden. Die älteste hierdurch bekannt gewordene Schicht ist der Mittlere Buntsandstein, der nach R. MicHAEL(1919) unter der Kreide in Hirschgarten bei Köpenick erbohrt sein soll(Bohr. Nr. 25 Bl. Köpenick). Die Meißelprobe lieferte von den letzten Metern einen hellgrauen feinen Sand, der mit dem Mittleren Buntsandstein von Rüdersdorf verglichen werden kann.

In der Bohrung am Weddingplatz(Bohr. Nr. 129 Bl. Berlin-Nord) wurde graubrauner Schieferton des Unteren Keupers(?) als Tiefstes erbohrt. Nach der mikropaläontologischen Untersuchung von K. WicHER enthält diese Probe keine Foraminiferen, dagegen Kutikulen und Megasporen. Megasporen kommen nur in lacustrischen und parali­schen Bildungen vor. Dieses würde für Unteren Keuper zutreffen. Nach dem Aussehen der Probe könnte sie sehr gut mit dem Unteren Keuper Thüringens verglichen werden.

Die Bohrung Nr. 55 des Blattes Berlin-Nord in der Kaiser-Friedrich­Straße in Pankow hat Obere und Untere Kreide erbohrt, in dieser zirkuliert Süßwasser.

Außerhalb des Untersuchungsgebietes wurde Lias in Hermsdorf, Mittlerer Keuper in Spandau und Charlottenburg und Paläozän in Lichterfelde erbohrt.

O0. von LiysTow entwirft an Hand dieser Bohrungen ein Bild vom Aufbau des tieferen Untergrundes von Berlin(1922b). Er nimmt zwei annähernd parallele Bruchspalten im Osten Berlins an, die in nordsüd­licher Richtung verlaufen und das Gebiet zwischen Oranienburg und