Teil eines Werkes 
1410 = [Neue Nr. 2857] (1933) Dölitz / geolog. und agronom. bearb. durch F. Soenderrop. Für die Hrsg. überarb. von J. Behr
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E. Nutzbare Ablagerungen

E. Nutzbare Ablagerungen

Als nutzbare Ablagerungen kommen im Bereich unserer Liefe­rung Lehm, Ton, Sand und Kies in Betracht.

Von den auf den Meßtischblättern verzeichneten Ziegeleien ist der größte Teil still gelegt. Ursache ist wahrscheinlich zu wenig vorhandenes Material oder zu hoher Sandgehalt im Geschiebelehm. Denn wie schon erwähnt, zeichnet sich das besprochene Gebiet durch einen hohen Sandgehalt des Geschiebemergels aus, dessen oberste, oft noch keinen Meter mächtige Verlehmungszone für den Abbau in erster Linie in Frage kommt. Für Ziegelbereitung wurden früher auch die wenig verbreiteten diluvialen Tone und Tonmergel verwandt.

Ganz anders steht es mit dem Sand. Die stark vertretenen alten und neu angelegten Sandgruben liefern reichlich Material für Straßen- und Hausbau. Das grobkörnige Material tritt im allge­meinen zurück, ausgesprochene Kiesgruben sind spärlich vertreten.

Eine gewisse Bedeutung besitzt der diluviale Sand für die Kalk­sandsteinherstellung. Kalksandsteine sind ein Gemisch von Sand und gelöschtem Kalk. Die Kieselsäure des Sandes und der Kalk bilden bei der Fabrikation eine chemische Verbindung. Der diluviale Sand ist nun für diese Herstellung gut geeignet, da er nicht zu grob­körnig ist und neben Quarz auch Feldspäte und andere Silikate ent­hält, deren Kieselsäure leicht aufgeschlossen werden kann. Südlich Arnswalde wird dieser Sand durch eine Kalksandsteinfabrik ab­gebaut.

Erwähnt sei hier noch das reichliche Auftreten von sogenannten Geschieben, also verschieden großen Steinen in der Grundmoräne, die früher bei Haus- und Straßenbau (die sogenannten Katzenköpfe) reichlich verwandt wurden. Heute werden diese Steine höchstens noch als Straßenschotter gebraucht, aber auch hierfür ist die Be­deutung gering.

E. Tiefbohrungen

Die angeführten Bohrungen sind eine Auswahl der im Bohr­archiv des Reichsamts für Bodenforschung vorhandenen Bohrungen:

Blatt Arnswalde Bohrung Nr. 1

(än der Neuwedeller Landstraße)

0,25 m Lehmiger Sand

1,25 m Sand

4,0 m Sandiger Lehm

5,85 m Gelber Geschiebemergel

8,15 m Blaugrauer Geschiebemergel