Heft 
(1928) 37
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Neue Bücher.

Martin Pfannschmidt: Geschichte der Berliner Vor­orte Buch und Karo w. Berlin, Fr. Zillessen, 1927.

Mit warmem Herzen hat der Pfarrer die Geschichte seiner beiden Dörfer geschrieben. Ein geborener Bucher oder Karower hätte sich nicht liebevoller in die wechselvollen Schicksale der Barnimdörfer, die nun der Weltstadt einverleibt sind, vertiefen können. Alle Quellen sind ausgeschöpft worden, vom Kirchenbuch und den Kirchenrechnungen über das städtische Vermessungsamt, das Stadtarchiv und das Mär­kische Museum bis zum Staatsarchiv. Und alle Quellen flossen reichlich. Nicht jedes märkische Dörfchen hat mit seinen Bewohnern so tätigen, ja nicht selten mitbestimmenden Anteil am Strom der Ereignisse genommen wie namentlich Buch. Joachim v. Röbel wird von Leutinger schon unter die berühmtesten Kriegsmänner gezählt. Sein Ehrenmal in der Spandauer Nikolaikirche( Inschrift bei Daniel Friedrich Schulze Zur Geschichte Spandaus) preist die Taten des ,, Feld Marschalk" in Ungarn, in Braun­schweig, bei Gotha, Sievershausen( 1553) und an der Ehrenberger Klause( 1552). Geheimer Kriegsrat, Generalwachtmeister und Oberstall­meister v. Pölnitz hat nicht wenig zum Siege bei Fehrbellin beigetragen. Adam Otto v. Viereck, der einflußreiche Minister Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs II., ließ von Dietrichs die eigenartige Barockkirche bauen. Otto v. Voẞ, kurz vor seinem Tode( 1823) zum Vizepräsidenten des Ministeriums und des Staatsrats ernannt, hat nach dem Urteil v. Peters­dorffs( Allg. Deutsche Biographie) ,, am meisten der allgemeinen Bauern­befreiung durch Stein vorgearbeitet". Alle diese Männer haben als Be­sitzer von Buch dem Throne nahe gestanden, und so ist es denn nicht zu verwundern, daß Buch oftmals Königsbesuch erhielt, wie auch später die drei Kaiser in Buch gewesen sind.

Das trübste Kapitel, an das jenes schlichte Denkmal im Schloßpark erinnert, das Schicksal der unglücklichen Elisabeth Amalie v. Voß( nicht ,, Julie") behandelt der Verf. nach den Ergebnissen der neuesten Forschun­gen v. Oppeln- Bronikowskis( ,, Abenteurer am Berliner Hofe 1700-1800") ohne jede Beschönigung und legt mit Recht besonders Wert auf die Feststellung, daß die Behauptung einer Mitwirkung der Kirche teils auf ganz unverbürgten Gerüchten, teils gar auf Fälschungen beruht. Nicht allgemein bekannt dürfte es sein, daß der Bucher Schloßpark eine Ver­anschaulichung der Geschichte des herrschaftlichen Gartens in der Mark" ( des holländischen, französischen und englischen Stiles) ist.

Aufs engste verknüpft mit der Geschichte der Gutsherrschaft ist die Geschichte der Bauern, Kossäten, Büdner, der Lehrer und der Pfarrer von Buch und Karow. Auch hier fließen die Quellen reicher als bei den meisten anderen Dörfern.

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Daß uns schon ein seltener Fall beinahe sämtliche Hof­marken von Karow bekannt sind, wissen die Mitglieder der Branden­burgia schon aus dem Monatsblatt, Jahrgang XII 1903/04 S. 427. Auch