Heft 
(1928) 37
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gefunden zu haben, wo einst die Hl. Geistkapelle gestanden hat. Aus­gehend von dem Fundbericht von Buchholz( 1924) und von einer Ur­kunde( 1654) aus dem Archiv der Marienkirche nimmt F. Müller an, daß diese Kapelle vor dem Mühlentore an der Straßengabelung erbaut und im 30 jährigen Kriege zerstört worden sei. Die heutige Küstriner Straße führe über ihren einstigen Standort hinweg( 1927, S. 22-29).

Willi Tiede gibt( S. 29-35) einen kurzen Abriß der Geschichte von Alt- Friedrichsdorf, das von Joachim Friedrich gegründet und im 30 jähri­gen und siebenjährigen Kriege viel erlitten hat.

Oberst a. D. Benckendorff veröffentlicht einen Beitrag zum Bilde des Reichspräsidenten von Hindenburg: ,, Die von Benckendorff der Neumark"( S. 37-55). Rudolf März bringt ,, Historische Nachrichten von der Bewallung und Urbarmachung des Netzebruches von L. F. Hahn, 1780"( S. 57-89).

Diese Aufzeichnungen des die Arbeiten leitenden Baudirektors bil­den eine ausgezeichnete Ergänzung des Buches von E. Neuhaus: ,, Frieder. Kolonisation im Netze- und Warthebruch", dem diese Berichte noch nicht zugänglich waren.

Interessant sind die ,, Kosten einer Dienstreise von Küstrin nach Berlin 1649" von Prof. Schwarz( S. 143 ff.). Derselbe Verfasser schreibt über ,, Wölfe in der Neumark"( S. 149-164).

Archivrat Dr. Schultze berichtet über ,, Die Sammlung der Flur­namen in der Provinz Brandenburg"( S. 164-166), die auf den Tagungen der Märkischen Geschichtsvereine in Havelberg und Guben beschlossen worden ist. Dr. Albert Kiekebusch.

Vereinsleben.

Berliner Kindl- Brauerei A.-G., Neukölln.

( Besichtigung am 18. Januar 1928.)

Mehr als zwei Stunden Wanderung sind nötig, um uns mit den wichtigsten Teilen dieses Riesenbetriebes bekannt zu machen. In der Mälzerei lernen wir im Handbetrieb auf den Tennen die alte Arbeitsweise, in der mechanisch- pneumatischen Kastenmälzerei und mechanischen Ver­tikaldarre die modernsten Betriebsmittel kennen. Durch eine bis aufs feinste zu differenzierende Wasser-, Wärme- und Luftwirtschaft können hier die Prozesse des Weichens, Keimens, Schwelkens und Darrens so reguliert werden, daß ein Malztyp jeder gewollten Abtönung zu erzielen ist. Treppauf, treppab geht es, vorüber an Putz- und Sortier- Maschinen, Entstaubern, automatischen Wagen, Motoren, Becherwerken und pneu­matischen Sauganlagen zu den Schrotmühlen und weiter zu dem in Kupferglanz strahlenden Sudhaus, der eigentlichen Braustätte. Auf den biologischen Prozeß des Mälzens folgt hier der enzymatische des Maischens. Entsprechend dem Wirkungsgrad der einzelnen Enzyme wird durch Innehaltung geeigneter Temperaturen und durch Teilkochun­gen im Maischbottich und in der Malschpfanne die Arbeitsweise je nach dem angestrebten Biertyp so gehalten, daß Eiweißabbau und Wandlung