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Durch das Entgegenkommen der Direktion der Wasserwerke wurde es der Brandenburgia ermöglicht, dieses bedeutende Werk zu besichtigen. Aus prachtvollen Baumgruppen und frischen Grünflächen leuchteten den Besuchern die roten Backsteingebäude entgegen; eine glückliche Nachbildung der Architektur von Chorin und Tangermünde.
Durch den erläuternden Vortrag erfuhren wir, daß das ursprünglich auf Seewasser eingestellte 100 preußische Morgen große Werk Anfang 1900 auf Grundwasser umgebaut wurde. In den Jahren 1926/28 wurde es nochmals umgestaltet, erweitert und modernisiert, so daß es jetzt täglich rund 300 000 cbm Wasser liefern kann. Die Arbeitsweise des Werkes ist kurz folgende: Im Walde nach Rahnsdorf zu befinden sich 350 Tiefbrunnen, etwa 40 Meter tief. Diese sind durch Heberleitungen verbunden, die das Rohwasser nach dem im Südteil des Werkes liegenden Sammelbrunnen leiten. Aus diesem Brunnen wird das Wasser durch die Schöpfmaschinen entnommen und in die Enteisenungsanlage gedrückt. Diese Anlage bringt das Wasser durch Abstehen in offenen Behältern und Rieseln über Steinpackungen innig mit der Luft in Berührung; hierdurch schlägt sich das mitgeführte Eisenoxyd nieder. Das Rohwasser fließt von hier auf die Filter, um den Rest des Eisens und sonstige Beimischungen abzusetzen. Die 34 Filter sind sog. Sandfilter mit zusammen 79 220 qm Oberfläche. Sie bestehen aus gemauerten, überwölbten Bassins, in welche von unten nach oben gerechnet: Feldsteine, grober, feiner Kies und oben 60 cm Filtersand geschichtet sind. Das Wasser steht 1,20 m über dem Sande, sickert durch die Schichten und wird als Reinwasser nach dem Reinwasserbehälter abgeführt. Dieser Behälter wurde 1926 erbaut, liegt unter der Erdoberfläche, ist 5 m tief und faßt 30 000 cbm Wasser.
Das verhältnismäßig wenige Seewasser, 20 Proz., wird dem See durch 100 Meter lange Kanäle entnommen, in besonderen Filtern gereinigt und mischt sich im Reinwasserbehälter mit dem Brunnenwasser. Durch ein modernes, neu eingerichtetes Laboratorium werden täglich alle Filter durch Proben kontrolliert, um immer die Gewähr zu haben, daß nur einwandfreies Wasser nach Berlin kommt.
Das reine Wasser wird nun von den Förderpumpen angesaugt und nach dem Zwischenwerk Lichtenberg, Landsberger Chaussee, gepumpt, von wo man es dann mit dem nötigen Druck nach Berlin sendet.
Um Rauchbelästigung zu vermeiden, haben nur 2 Maschinenhäuser Dampfmaschinen erhalten, während die anderen mit elektrischen Pumpen oder Dieselmotoren arbeiten. Die weiten Flächen, unter denen sich die unter der Erde befindlichen Rohrleitungen befinden, sind mit freundlichen Grünflächen überdeckt, die nicht ahnen lassen, was alles unter ihnen verborgen ist. Nach einer zweistündigen Besichtigung schieden wir mit freundlichem Dank, erfreut und belehrt durch das Gesehene. 52 Mitglieder der Gesellschaft unter Führung des Herrn Poetters nahmen an der Besichtigung teil und fanden sich dann zu einer kurzen geschäft