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derste Reihe der zeitgenössischen Romantiker und hat länger als ein Menschenalter namentlich die Jugend, aber auch das reife Alter mit seinen Dichtungen in Atem gehalten. Ein Meister der Erzählung, der stets die höchsten Gesetze seiner Kunst zu erfüllen bestrebt war, schuf er nach dem großen Erfolge seines Erstlingswerkes eine gewaltige Zahl von Zeitbildern, aus denen uns heute noch der Kampf der Weltanschauungen, das Ringen um Freiheit und Fortschritt des abgelaufenen Jahrhunderts entgegenklingt. Die Bewegung um Lassalle bildete den Hintergrund zu in ,, Reih und Glied", in welchem Roman er das ganze deutsche Volk jener Zeit von der breiten Masse der notgepeinigten Menschen bis zur Spitze in der Person des nach dem Bilde Friedrich Wilhelms IV. gezeichneten Königs in allen Verästelungen und Schattierungen zur Darstellung bringt. Spielt der Anfang dieses Romans in der Einsamkeit thüringischer Dörfer, so führt uns der Dichter später in die werdende Großstadt, die er schon in den Problematischen Naturen, wenn auch mit vorsichtigen Umschreibungen, geschildert. Noch werden die Namen der Straßen leicht verändert, ebenso wie in dem späteren ,, Hammer und Amboẞ" dessen erste Bücher Spielhagens Jugendland in wundervollen Landschaftsbildern erkennen lassen, Stralsund an dem Ufer der blauen Ostsee und Rügen, dessen wogenumrauschte Schönheit der Dichter als erster in die Dichtung eingeführt hat. In seinen meisten Schöpfungen beschränkt sich Spielhagen darauf, Thüringen und Pommern zum Hintergrund seiner Dichtungen zu wählen, wenn er sie nicht in Berlin spielen läßt. Seit der im Jahre 1862 erfolgten Uebersiedlung nach Berlin verwächst er dann allmählich immer mehr mit der preußischen Hauptstadt, wo er auch die wertvollsten Anregungen für seine späteren Dichtungen empfing. Namentlich verdient hier sein vollendetster Roman genannt zu werden, in dem er den Unsegen der französichen Milliarden in einem grandiosen Bilde geschildert hat. Den Gründungskrach an der Berliner Börse bringt er in Verbindung mit der verheerenden Sturmflut an der Ostsee von 1872 und zeichnet auf diesem zeitgeschichtlichen Hintergrunde ein Bild der Verwüstung und Zersetzung, das auch heute noch in unserer gärenden Zeit den Leser packen muß, wenn er die Schilderung eines Dichters verfolgt, der den Tanz ums goldene Kalb, die Jagd nach Genuß und Erfolg zeigt und den Bankrott alles menschlichen Strebens und Ringens nach dem Zusammenbruch der sittlichen Grundlagen des Lebens erkennen läßt. Die feierliche Eröffnung des Palastes, den sich einer der bekanntesten ,, Gründer" der 70er Jahre hatte erbauen lassen,-es handelt sich um das Palais Strousbergs in der Wilhelmstraße in Berlin, in dem sich heute die englische Botschaft befindet.- und die Störung dieses in glühenden Farben gemalten Festes symbolisiert den verhängnisvollen Schwindel, der in sympathetischer Verknüpfung mit dem grausigen Unheil an der Ostsee in großartiger Plastizität zur Darstellung gebracht wird. Der Kampf um die Macht zwischen dem langsam zurückweichenden Adel und dem immer leidenschaftlicher vordrängenden Bürgertum erhält in