Heft 
(1928) 37
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aller Erinnerung und Weisung ohngeachtet große und öftere Fahrlässig­keit haben zuschulden kommen lassen. Es hat sich auch der Fall zu­getragen, daß bei Verpachtung eines Unserer Aemter ein übertriebener Brennholzetat angefertigt, und der Kontrakt von der p. Kammer mit dem Beamten geschlossen worden, ehe die Revision und Approbation dieses Etats aus Unserm Forst- Departement erfolgt war. Es ist gedachter Kam­mer dieses Verfahren ernstlich verwiesen worden und solche in zehn Reichsthaler Strafe condemniret worden. Wir machen Euch dieses zu Eurer Warnung und zur Vermeidung ähnlicher Unregelmäßigkeiten von Eurer Seite bekannt mit dem Befehl, bei Vermeidung Unserer Aller­höchsten Ungnade und unausbleiblicher Ahndung die wegen des so we­sentlich wichtigen Forstinteresses häufig ergangenen Verordnungen und Instruktionen nicht ferner aus den Augen zu setzen, sondern sich deren Beobachtung mit allem Ernst zu befleißigen."

Die scharfe Tonart aus dem königlichen Kabinett verfehlte offen­bar nicht den gewünschten Zweck; denn am 8. November 1791 wurde durch Kabinettsorder der Churmärkischen Kammer mitgeteilt, daß die Besamung mit Fichten und Birken einen guten Erfolg gehabt habe. Die Besamung solle auch, so fordert der König, gehörig fortgesetzt, nicht wieder ruiniert und, wo es nötig, aufgebessert werden.

Nun aber stellte sich ein neues Hindernis ein: Streitigkeiten er­gaben sich, weil die Hütung in den Forsten durch die Schonungen ein­geschränkt wurde. Daher lenkte der Minister von Arnim sein Augen­merk besonders auf diesen Punkt und wies bei seinem Bericht an das General- Direktorium vom 2. Dezember 1790 über die im Jahre 1790 in sämtlichen königlichen Forsten angelegten Schonungen besonders darauf hin, daß er ,, bei der Kultur der Forsten für die Conservation der Hütungs­interessenten zu sorgen und sie mit unnötigen Einschränkungen nicht zu belästigen" sich angelegen sein lasse.')

Wie wichtig alle diese Angelegenheiten den preußischen Staats­männern jener Zeit erschienen, zeigen die in behaglicher Breite darge­stellten Berichte des Grafen von Hertzberg über die Maßnahmen auf seinem Mustergute Britz betreffs Ansamung von Oedländereien und Ge­winnung von Brennmaterial durch das Ausroden der Bäume mitsamt den Wurzeln, Berichte aus jener Zeit, die den Leiter der preußischen Außen­politik erfüllt mit den ehrgeizigsten Plänen für Preußens Großmacht­stellung zeigen. Es war offenbar eine wirkliche, ernsthafte Krisis in der Brennstoffversorgung der Hauptstadt des preußischen Staates eingetre­ten, die die Beamten und Minister bis zum Könige hinauf auch noch in den nächsten Jahren viel beschäftigt hat.

Mark

) General- Departement Tit. XLVI, Nr. 9, 11, 13, 18.

Schriftleitung: Dr. Albert Kiekebusch,

Birektor der Vorgeschichtlichen Abteilung des Märkischen Museums. BerlinDie Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.