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11. (5. ordentliche) Versammlung des XXIV. Vereinsjahres.
der eine Kanne stehendes Attribut ist, hierfür in Betracht kommen. Auf allen fand ich mehr oder weniger renaissancemäßige Formen, nirgends so gotisch anmutende, wie sie die vorliegende zeigt. Freilich auch an ihr erinnert ein kleiner Teil an die Art der Renaissance. Das ist der Hebel des Deckels. Es ist aber nicht zu bezweifeln, daß an diesem Deckel eine spätere Hand tätig war. Das zeigt sich au dem Scharnier, dessen Material jünger erscheint. Auch die schon erwähnte Plakette ist dem sechzehnten, vielleicht sogar siebzehnten Jahrhundert zuzuweisen. Sie ist nicht wie diejenige der ersten Kanne aufgelötet, sondern eingenietet, wozu ein viereckiges Stück aus der knaufartigen Mittelplatte des Deckels, wie sie bei diesen alten Gefäßen durchweg zur Versteifung angebracht ist (vgl. Laufifer a. a. 0. S. 12 f.), nachträglich herausgeschnitten wurde.
Sitzungsbericht.
11. (S. ordentliche) Versmmlung des XXIV. Vereinsjahres.
Mittwoch, den 24. November 1915 im Landeshause.
Der I. Vorsitzende Geh.-Rat Friedei legt in Ergänzung des Vortrags von Prof. Dr. Sternfeld am 27. v. M. eine Reihe von Probeheften zur Verteilung vor, Feldpostbriefsammlungen aus der Hauptsammelstelle im Märkischen Museum, wo diese von den Damen Frau von Ostrowski und Frau Steinberg gesichtet werden, und ersucht, fernere Beiträge dahin übermitteln zu wollen.
Der Verwaltungsbericht des Märkischen Museums für 1914 wird herumgereicht und beweist, daß letzteres trotz des Krieges sich ganz ansehnlich wiederum vermehrt hat.
Ueber unser in Matsugama, Japan, kriegsgefangen interniertes Mitglied Prof. Dr. Friedrich Solger hat dessen Mutter, Frau Geheimrat Dr. Solger, Erfreuliches, was zur Verlesung gelangt, berichtet. Ebenso vorgelegt wird ein Beitrag Solgers: „Geologische Beobachtungen an der Shansibahn in China 1914“ als Beitrag zur hiesigen Branca-Festschrift. Ein Beweis, das unser verehrter Freund bis zu den unheilvollen Ereignissen in Kiautschou unermüdlich wissenschaftlich tätig war.
U. M. Herr Herbert Eckhardt-Lenzen a. E. hat in dankes- werter Weise 5 Ansichtskarten aus Sjelna in Masuren mit einem längeren Berichtsbrief eingesendet, der der eingangs gedachten Hauptsammelstelle zum Abdruck überwiesen wird.