20. (9. ord.) Versammlung des XXV. Vereinsjahres.
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Jetztzeit.” — Eberswalde, im März des Kriegsjahres 1916. Im Aufträge des Magistrats von Eberswalde.
Der Verwaltungsbericht des Märkischen Museums für 1915 zeigt, daß der Krieg demselben keinen Abbruch tut. Im Gegenteil versteht es der Kustos Herr Prof. Dr. Pniower auf das Beste, Kriegsandenken zu sammeln.
Der Vors. E. Friedei legt eine Daumenschraube vor, wahrscheinlich von Eberswalde aus dem 18. Jahrhundert, wie sie bis zu Friedrich des Großen Zeit noch bei uns zum Erpressen von Geständnissen bei den Gerichten auf dem Lande und in der Stadt üblich war. Und, müssen wir leider hinzufügen, nach einer offiziellen Mitteilung der „Nordd. Allg. Ztg.“ vom 12. Febr. d. J. von den Franzosen in ihrer Kolonie Dahomey gegenüber deutschen Gefangenen in wahrhaft teuflischer Weise als „Disziplinarmittel“ während der verflossenen Kriegszeit angewendet worden ist.
Herr Dr. Hans Brendicke stellt uns die herumgereichte Nr. 11 vom Dezember 1916 der „Köllneraner-Blätter“ zur Verfügung. Wie Sie ersehen, eine ansehnliche Zeitung, sogar illustriert, welche sich als „Mitteilungen der freien Vereinigung alter Köllneraner" bezeichnet und von fern Verbrüderungsgeist eines einzelnen Berliner Gymnasiums rühmlichst Zeugnis ablegt.
Hierauf hielt Fräulein Leopoldine Anzinger (Lichterfelde, Hob- rechtstr. 2) den angekündigten Vortrag über das Knopf-Museum Heinrich Waldes zu Prag-Wrschowitz unter Vorführung und Erläuterung einer großer. Sammlung von Kleiderverschlüssen aller Zeiten.
Die Wichtigkeit des Knopfes im weitesten Wortsinne sprang deutlich in die Augen — vom Dorn, der die älteste Kleiderverschlußart darstellt, bis zu den kostbaren Raffiniertheiten moderner Ueberkultur.
Eine besondere illustrierte Zeitschrift „Berichte aus dem Knopf- Museum“ Nr. 1 vom Mai 1916, Nr. 2 vom August 1916 und Nr. 3/4 vom November 1916 mit reichstem volkskundlichem Inhalt wurde herumgereicht und Postkarten mit Ansicht einer Knopffabrik nach einer Chronik vom Jahre 1650 verteilt,
Fräulein L. Anzinger wurde allseits wärmster Dank für Vortrag und Ausstellung dargebracht.
Ernst Friedei.
Schriftleitung. Fiir den als Kriegsgeologen eingezogenen stellvertretenden Schriftleiter der Monatshefte, Herrn Dr. Kiekebusch, hat am 15. Juni d. J. unser A. M. Herr Chr. Voigt, Charlottenburg, Sybelstr. 31, die Geschäfte als Schriftleiter in Vertretung übernommen.
Kleine Mitteilungen heimatkundlicher Art und Bedeutung aus den Kreisen unserer Mitglieder und Leser sind der Schriftleitung stets willkommen. _