Heft 
(1921) 30
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Vereinsnachrichten

Verschmelzung des Vereins Heimatschutz in Brandenburg" mit der Brandenburgia"

In unserer Zeit, die eine Zusammenfassung und Ausnutzung aller Kräfte dringend fordert, muß jede Zersplitterung und Vergeudung in unfruchtbarer Doppelarbeit vermieden werden. Da ist es ganz gewiß zu begrüßen, daß zwei in ihren Zielen so verwandte Vereine wie die Brandenburgia, Gesell­schaft für Heimatkunde" und der Verein Heimatschutz in Brandenburg" miteinander verschmolzen werden. Die Verhandlungen sind jetzt zu einem günstigen Abschluß gekommen. Der Verein Heimatschutz" hat an alle seine Mitglieder unter dem Datum des 21. Mai 1921 folgendes Anschreiben gerichtet:

Der Kreis der vom Heimatschutz zu lösenden Aufgaben ist zu keiner Zeit größer und bedeutungsvoller gewesen als in der Gegenwart. Die uns von den Gegnern auferlegten Lasten nötigen uns zu einer noch stärkeren Ausnutzung aller Naturschätze als bisher. Das große Siedlungsprogramm der Regierung, das die Urbarmachung weiter Moor- und Heidegebiete und die Gründung Tausender von Kleinbauernstellen vorsieht, wird in weiten Gebieten Norddeutschlands und auch in unserer märkischen Heimat zu einer völligen Umgestaltung des Landschaftsbildes führen. Die Bautätigkeit steht vor kaum zu bewältigenden Aufgaben; schon spricht man von der Notwendig­keit, ganz neue Wege einzuschlagen, wie z. B. die amerikanischen Turm­bauten in unseren Städten einzuführen. Sollte uns ferner die Zukunft eine erneute Kohlenknappheit bringen, so würden sich hieraus unermeßliche Ge­fahren für unsere Wälder und den Baumbestand unserer Heimat ergeben.

Diesen großen Aufgaben ist unser Verein in seiner gegenwärtigen Ge­stalt nicht gewachsen. Der bisherige Jahresbeitrag von 2 Mk., für den bis vor kurzem unsere vierteljährlich erscheinende illustrierte Zeitschrift geliefert wurde, entspricht nach dem jetzigen Geldwerte etwa einem Betrage von 20 Pfennigen. Die sich hieraus ergebenden finanziellen Schwierigkeiten haben uns in der letzten Zeit leider zu einer fast völligen Einstellung unserer Ar­beiten genötigt. Dieser Zustand bedarf dringend der Abhilfe.

Unser Vorstand hat daher beschlossen, sich mit einer nahe verwandten leistungsfähigen Organisation, der Brandenburgia, Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg, zu verschmelzen, Die Bran­denburgia, die schon bisher neben ihren heimatkundlichen Bestrebungen den Heimatschutz pflegte, und in deren Monatsschrift das Programm unserer Vereinigung zuerst 1908 erschien, wird sich in Zukunft, mit verstärktem Eifer diesem Gebiete ihrer Tätigkeit widmen. Sie wird diese Ausdehnung ihres Arbeitsgebietes auch in einem Zusatz zu ihrem Namen zum Ausdruck bringen und ihren Vorstand durch Aufnahme von Vertretern des märkischen Heimatschutzes erweitern.

Die Verschmelzung mit der Brandenburgia bedeutet für unsere Mit­glieder die Heraufsetzung des Mitgliedsbeitrages auf mindestens 12 Mark jährlich. Wir sind überzeugt, daß diese kleine Steigerung, die kaum eine Erhöhnng, sondern im Grunde nur einen Ausgleich der Geldentwertung dar­stellt, von unseren Mitgliedern gern getragen werden wird, wenn dadurch die Aussicht auf eine Neubelebung des märkischen Heimatschutzes geschaffen wird. Dem kleinen Opfer von 12 Mark stehen nicht unerhebliche Gegen­leistungen gegenüber, wie die Lieferung der wissenschaftlichen Zeitschrift der ,, Brandenburgia", ferner die Veranstaltung von wissenschaftlichen Vorträgen

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