Heft 
(1921) 30
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Die Rauenschen Steine

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wenig aus dem Erdboden hervorragte, und sich mit Flechten be deckt hatte. Er ist jetzt von dem umgebenden Diluviallehm ent­blößt, und liegt in einer tiefen Grube. Seine Form ist im allgemeinen dreikantig, fast keilförmig, nur die nördliche Seite ist rund, und hat das Ansehen, als wäre sie früher schon der Atmosphäre aus gesetzt gewesen; die südliche sieht frischer, wie abgesprengt aus. Die untere aufliegende konnte nicht untersucht werden. Die Länge dieses gewaltigen Blocks ist 25 Fuß; die Breite 16 Fuß und die Höhe 12 Fuß." In seinem etwa 20 Jahre später erschienenen Beiträgen zur Geschichte des Oderhandels", 7. Stück, S. 33, kommt Klöden unter Anführung der oben erwähnten Grenzbe stätigungsurkunde von 1285 nochmals auf den magnus lapis dieser Urkunde zurück: Dieser Stein ist nicht mit den sogenannten Markgrafensteinen zu verwechseln; er lag etwas entfernt vom Fuß der Berge auf dem Lehmplateau nahe am Wege nach Rauen, und ragte in neueren Zeiten nur mit einer Kante aus dem Boden hervor. Jetzt ist er verschwunden."

2. Die Säule auf dem Belle Alliance Platz ist nicht aus dem großen Markgrafenstein ange= fertigt. Von Vertretern der gegenteiligen Ansicht seien er­wähnt: 1. Kurt Hucke, Geologische Ausflüge in der Mark Brandenburg. Berlin, 1911. S. 77: Auch die Friedenssäule auf dem Belle Alliance- Platz und die Adlersäule vor dem Königlichen Schloß zu Berlin, sowie die Siegessäule im Babelsberger Park und der steinerne Tisch unweit des erwähnten Holzgerüstes auf den Rauenschen Bergen stammen von diesem losgesprengten Stück ( des großen Markgrafensteins) her." 2. E. Unger, Fürsten­walde a. d. Spree und Umgebung. 2. erweiterte Auflage, S. 102: ,, Aus größeren Abfällen( des Markgrafensteins) wurden die Adlersäule auf der Veranda des Schlosses, die Siegessäule im Park zu Babelsberg und Tisch und Bänke unweit der Steine an gefertigt." 3. W. Wetekamp in den Mitteilunegn des Ver­eins Heimatschutz in Brandenburg. 8. Jahrgang, Nr. 2/3, S. 96: ,, Außerdem hat er( der große Markgrafenstein) das Material ge­liefert für die große Säule auf dem Belle- Alliance- Platz in Berlin und einige andere kleine Gegenstände."

Gegen diese Ansicht von der Verwendung des Materials vom großen Markgrafenstein führe ich ebenfalls wieder Klöden ins Feld. Er schreibt( Mineralogische pp. Beiträge, 5. Stück, S. 63) von dem Grenzstein: ,, Es sind aus ihm 4 große Säulen ge fertiget, und er ist dadurch als Geschiebe verschwunden." Und ferner( Beiträge zur Geschichte des Oderhandels, 7. Stück, S. 33): ..Die Säule unter der Viktoria auf dem Belle- Alliance- Platz zu Berlin ist aus ihm gearbeitet, doch reicht das Material zu noch mehreren Säulen." Gegen das Zeugnis Klödens dürfte schwer Dieser anerkannte märkische lich etwas einzuwenden sein. Forscher hat den Grenzstein nicht nur gekannt und an Ort und Stelle persönlich untersucht, er hat auch als Zeitgenosse die Be arbeitung der Schale vor dem Museum und, wohl als Augenzeuge, deren Aufstellung miterlebt. Aus seinen Nachrichten dürfte fol­gendes unwiderleglich hervorgehen: Der große Markgrafen stein hat das Material zur Schale im Lustgarten, zu dem stei­nernen Tisch und den steinernen Bänken um diesen auf der so