Heft 
(1922) 31
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Bücherbesprechung- Oskar Montelius+

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Wanderfahrt Hilfe leisten. Der Titel besagt bereits, dass nicht die heutige Mark bezw. Provinz Brandenburg die Grundlage bildet.

יג

Die Ordensnation

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als zur Mark

Mark Brandenburg" der Dominikaner kannte Luckau Meissen gehörig nicht, dafür aber die heute zur Altmark gerechneten Klöster Seehausen und Tangermünde. Die übrigen dominikanischen Nieder­lassungen waren Neu- Ruppin, Strausberg, Prenzlau, Soldin, Brandenburg, Berlin. Ihrer aller Schicksale geht die auf fleissiger Literaturbenutzung auf­gebaute Arbeit nach. Und wenn es auch vor allem die Bauten und deren Ausstattungsgegenstände sind, auf die der Verfasser des ursprünglich( 1914) als Dissertation der Berliner Technischen Hochschule erschienenen Buches sein Augenmerk richtet, die Geschichte geht nicht leer aus. Die Gründungs­geschichte. die Besitzverhältnisse, die äussere Geschichte in Reformations­und Neuzeit werden, wenn sie sich z. T. auch noch eingehender hätten be­handeln lassen, klar entwickelt. und diese Klarheit zeigt sich auch in dem zusammenfassenden Schlusskapitel, das die Gründungsart" von Dominikaner­klöstern, die baulichen Vorschriften" zusammenfasst und endlich ein Bild des Typus Märkisches Dominikanerkloster" zeichnet.

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Oskar Montelius.

Dr. W. Hoppe.

Im November 1921 ist im 79. Lebensjahre der große schwedische Alter­tumsforscher Oskar Montelius einer Lungenentzündung erlegen. Wir, die wir ihn persönlich kannten und als unseren Führer verehrten, hatten uns in den Gedanken gewiegt, daß dieser kraftstrotzenden germanischen Reckengestalt noch lange Jahre des Erdenlebens beschieden sein würden. Erst im letzten Sep­tember sprach Prof. Dr. Montelius als Gast der deutsch- schwedischen Gesellschaft in der Berliner Universität vor einem großen Hörerkreise über germanische Kultur und würzte seine Rede nach seiner Art durch allerlei schalkhafte Bemerkungen. Er schloß damals mit dem Bekenntnis: Wenn ich in Eng­land, in Frankreich oder in Italien bin, dann habe ich das Gefühl, im fremden Lande zu sein. In Deutschland aber bin ich zuhause, weil es germanisches Land ist." Das sagte er, der die deutsche, englische, französische und italienische Sprache fast wie seine Muttersprache beherrschte und eine große Reihe von Werken in diesen Sprachen geschrieben hat. Also ein Gelehrter von internationaler Bedeutung. Gerade darum darf auch unsere Gesellschaft nicht stillschweigend an seiner Bahre vorübergehen. Montelius ist als Bahnbrecher der Vorgeschichtswissenschaft auch der unsere. Ohne seine chronologischen Forschungen gäbe es heute wahrscheinlich ebensowenig eine märkische Vor­geschichtswissenschaft wie vor 40 Jahren. Namentlich in seiner ,, Chrono­logie der ältesten Bronzezeit" hat er auch märkische Funde verarbeitet, und seine Chronologie der Bronzezeit mit besonderer Berücksichtigung von Skandinavien" ist für uns von derselben Bedeutung wie für Schweden. Bei den Ausgrabungen von Buch ist Montelius mein Gast gewesen und gestand rückhaltslos zu, daß durch diese Ergebnisse seine im Archiv für Anthro­pologie" 1895 erschienene Abhandlung über das europäische Urhaus nicht nur ergänzt, sondern auch berichtigt worden sei.

Ernst v. Wildenbruch hat in einem Nachruf auf Hedwig v. Olfers ge­sagt, daß es neben der Genialität des Schaffens noch eine zweite, die des Seins, gibt. Zu den seltenen glücklichen Trägern dieser zwiefachen Genialität gehörte Oskar Montelius. Ich habe ihn beim Prähistorikerkongreß 1907 in Köln zum erstenmale gesehen, dann im Märkischen Museum, in Buch, bei seinen wiederholten Besuchen in Berlin, in seinem Museum in Stockholm und