Heft 
(1924) 33
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Rückblick.

Wir stehen mitten in der Arbeit. Wie aber erklärt sich dieser schöne Erfolg auf dem Gebiete der Verbreitung vorgeschichtlicher Kenntnisse? Einfach daraus, daß im Märkischen Museum die unum­gänglich notwendigen Grundlagen gegeben sind, auf dem einzig und allein eine derartige Bildungsarbeit aufgebaut werden kann. Grundlagen sind:

Diese

1. Die klar und scharf in Schausammlung, Studiensammlung und Speicher gegliederte vor­geschichtliche Abteilung, deren Schausammlung übersicht­lich und chronologisch geordnet ist, so daß jeder Besucher ob ein­geweiht oder nicht die Entwicklung von der Steinzeit über die Bronze- und Eisenzeit bis in frühgeschichtliche Perioden hinein an der Hand der ausgelegten Funde und deren Erläuterungen verfolgen kann.

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2. Die mit allen Hilfsmitteln der Wissenschaft arbeitende Forschungstätigkeit( Ausgrabungen und Ver­öffentlichungen), die das nötige Vertrauen erweckt und dem Museum das nötige Ansehen gibt. Die Ausstellung der Bucher Ergebnisse wird dabei stets der sicherste Führer bleiben, weil sie in ihrer Geschlossen­heit jedem Besucher ein klares Kulturbild zu geben vermag.

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3. Jedem Altertumsfreunde und jedem Anfänger ist mit der kurz gefaßten Darstellung der märki­schen Urzeit in der ,, Vorgeschichte"( Landes­kunde Bd. III) und den Bildern aus der märkischen Vorzeit eine Uebersicht in die Hand gegeben, die ihm die Einführung in die Urzeit wesentlich erleichtert. Ueber die Er­arbeitung dieser Grundlagen und ihre Bewertung soll im einzelnen an anderer Stelle gesprochen werden.

In den ersten 25 Jahren des Museums wurde eifrig gesammelt. Dann konnte gesichtet und geordnet werden, um die Sammlung frucht­bar zu machen. Manches ist geschehen, dessen wir uns freuen dürfen. Aber das alles ist doch nur der erste Schritt auf dem betretenen Wege. Es muß weiter Es gilt, das Ziel unentwegt im Auge zu behalten. Bresche gelegt werden in Unwissenheit und Gleichgültigkeit. Den nächsten 25 Jahren bleibt noch reichlich Arbeit.

Nicht zu verkennen ist die Wirkung, welche die Tätigkeit der vor­geschichtlichen Abteilung und ihre planmäßige Zusammenarbeit mit der Schule auf das ganze Museum ausgeübt hat. Die Vorschläge" für den Geschichtsunterricht haben das Heimatmuseum der Stadt Berlin geradezu zu einem Mittelpunkte für den Heimat- und Geschichts­unterricht werden lassen. Auch damit erklärt sich der starke Besuch des Märkischen Museums durch die Schulklassen. Die Schüler aber führen, wenn sie erst selbst den Weg ins Museum geiunden haben, ihre Familienangehörigen auch dahin, und so wird das Märkische Museum zu einem wahren Heimatmuseum; von Tag zu Tag verwächst es enger und inniger mit dem aufblühenden Geschlecht, wird Tausenden und Abertausenden von Berlinern selber zu einem Stück Heimat und hat damit seinen höchsten Beruf erfüllt.

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