Heft 
(1924) 33
Seite
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18. Randscherbe einer Trichterschale, innen und außen durch Strichzone mit einfacher Winkellinie in Meißelstich verziert. F. O. Falkenrehde ( Osthavelland).

19. Hals mit Schulteransatz eines sehr großen Gefäßes( Terrine?). Den Rand umsäumt eine Grubenreihe, worunter sich eine Art Netzmuster befindet, aus Bogen- und Winkelstich gebildet, das große unverzierte Rauten hervortreten läßt. Am Schulteransatz vier Linien mit daran hängenden Fransengruppen in Furchenstich. F. O. Schmergow( Zauch- Belzig).

20. Tasse mit zwei Reihen fingernagelartiger Einkerbungen verziert, Ösenhenkel. F. O. Mützlitz( Westhavelland).

Aus dem Scherbenmaterial hebe ich als besonders wichtig eine bogenstichverzierte Scherbe von Brielow( Westhavelland) und eine mit breitem Treppenfurchenstich verzierte von Hoppenrade( Osthavelland) hervor. Dazu kommt eine Anzahl von Schmergow( Zauch- Belzig), die mit Winkellinien oder hängenden Dreiecken in Furchenstich, mit Schachbrettmuster und Grubenornament und solche, die durch mit Kerben versehene aufgesetzte Leisten verziert sind.

Von großer Wichtigkeit sind die Fundumstände, die deshalb hier, auf das Wesentliche beschränkt, folgen:

Gefäß 1 und 2 stammen aus einem Skelettgrab, Beigabe ein dicknackiger Feuersteinmeißel.

Gefäß 3 zusammen mit einem unverzierten Napf aus einem Skelettgrab ¹).

Gefäß 4 zusammen mit 10-12 aus einem Skelettgrab).

Die Gefäße 5-7, 15-17 und 19 und die Scherben desselben Fundortes stammen von der Steinzeitsiedlung Schmergow.

Gefäß 8 und 9 aus einem Skelettgrab³).

Die Gefäße 13, 14 und 20 sowie der Rest der Scherben stammen teils sicher von Siedlungen, teils aber wohl aus Gräbern.

Es ist gerade bei dem Formenreichtum der jungsteinzeitlichen Tonware zweckmäßig, der Gefäßbetrachtung eine Gruppierung nach der kulturellen Zusammengehörigkeit zu Grunde zu legen, statt eine Sonderung nach einzelnen Gefäßtypen vorzunehmen. Nach Kulturen in folgende betrachtet ordnen sich die neu erworbenen Gefäße Gruppen ein:

1. Kultur der Megalithgräber.

2. Havelländer Kultur.

3. Kulturgruppe der mitteldeutschen Kugelflaschen. 4. Mitteldeutsche Schnurkeramik.

1. Die Kultur der Megalithgräber besitzt in der Tasse von Falkenrehde einen typischen Vertreter. Die Form entstammt der nordwestdeutschen oder Nordseekeramik, während die Verzierung in nordischen Ganggräbern auftritt. Auch der Scherben einer Trichterschale des gleichen Fundortes sowie ein Gefäßbruchstück von Hoppenrade, das mit breitem, treppen­artigem Furchenstich verziert ist, beweisen in Verbindung mit den schon seit längerer Zeit aus dem Havelland bekannten Funden, wie stark die Verbindung dieses Gebietes mit den Stammlanden der Megalithkultur gewesen ist. Bei den mannigfachen Beziehungen, die vornehmlich am Ausgange der jüngeren Steinzeit zwischen dem Havel­

1) Ztschr. f. Ethn. 1895( S. 557) Taf. VIII, 1 u. 1a.

2) Ztschr. f. Ethn. 1896( S. 557) Taf. VIII, Abb. 3, 3a, 3b, 3c. 3) Ebda. Abb. 2 und 2a.