Heft 
(1924) 33
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zu den älteren Formen gehören, weist sie ihre Verzierungstechnik Kreuz- und Bogenstich unzweifelhaft in die Zeit der Havelländer Kultur, wie denn die Dauer der Kugelflaschenkultur verhältnismäßig kurz gewesen zu sein scheint. Derselben Zeit entstammt der weit­mundige Topf, dessen Rand mit zwei parallelen Schnurlinien umsäumt ist( siehe 4. Schnurkeramik). Das gleiche Grab barg den weitmundigen Topf Nr. 2 mit Binsenverzierung. Schneiders Hypothese ¹), der zu­folge die Binsenkeramik am Anfang der keramischen Entwicklung steht, daß die Binsenkeramik vielleicht überhaupt die älteste Keramik von Brandenburg ist", bedarf deshalb einer umfassenderen Untersuchung. Schneider stützt seine Ansicht auf die rein ursprünglichen Ornamente" (= Binsenabdrücke) und die Tatsache, daß sich in den binsenkeramischen Siedlungen auch" typische frühneolithische Werkzeuge fanden. Außer dem oben genannten weitmundigen Topf ist die Binsenkeramik aber auch mit reiner Tiefstichware zusammen gefunden worden( Hoppenrade, Schmöckwitz). Zur Lösung des Problems sind zwei Feststellungen von grundlegender Bedeutung. Es muß nachgewiesen werden: 1. daß die Binsenkeramik ihrer großen Masse nach vorneolithisch ist, daß sich aus ihr der Tiefstich entwickelt" und das spätere Vorkommen von Binsenkeramik nur vereinzelte Nachklänge wiedergibt. 2. daß die , frühneolithisch" genannte Kultur in der Mark tatsächlich eine Stufe bedeutet, die dem Neolithikum als Vorstufe vorangeht.

Was die Kugelflaschenkultur in der Mark anbetrifft, so reicht sie wahrscheinlich nicht einmal bis an das Ende der ersten Hälfte der jüngeren Steinzeit heran, sondern beschränkt sich auf den Ausgang des Neolithikums. Die Form der Kugelflasche entwickelt sich dem­nach weder aus der Megalithamphore im Sinne Kossinnas, noch ist ihre Heimat die Uckermark mit Vorpommern, sondern sie stellt einen eigenen mitteldeutschen Typus dar, dessen näheres Ursprungsgebiet noch zu ermitteln ist. In der Mark reicht auch die Kugelflaschen­kultur bis in die Periode I der Bronzezeit hinein.

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4. Die Schnurkeramik ist unter den Neuerwerbungen zwar nicht durch eigene Formen vertreten, aber das Auftreten der Schnurverzierung in charakteristischer Form zu Schnurgruppen geordnet Gefäßen des ausgehenden oder wenigstens späten Neolithikums, dem weitmundigen Topf Nr. 1 und der ungegliederten Tasse Nr. 13, ist bezeichnend für das Auftreten der Schnurkeramik in der Mark. bildet nämlich eine Ausstrahlung des sächsisch- thüringischen Gebietes der Schnurkeramik, die sich im letzten Abschnitt der jüngeren Stein­zeit auf mindestens zwei Wegen in die Mark ergießt. Die eine Straße dringt vom Südwesten in das Havelland, während die andere vom Süden her durch den Paß von Dahme über den Kreis Lebus in das Gebiet der unteren Oder führt. Beide Wege sind durch Funde ent­sprechender Keramik sowie das Vorkommen fazettierter Streitäxte einwandfrei belegt.

1) Präh. Ztschrft. XV, 1924. S. 75 ff.

Anm. Von einer näheren Begründung der im einzelnen aufgestellten An­sichten konnte hier abgesehen werden, da das darauf bezügliche Material dem­nächst in vollem Umfange in den Vorgeschichtl. Forschungen", herausgegeben von Prof. Dr. M Ebert. Verlag Walter de Gruyter u. Co., Berlin, veröffentlicht werden wird.