Heft 
(1910) 18
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3. (1. ordentliche) Versammlung des XVIII. Vereinsjahres.

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ist bald dieser und bald jener Versuch gemacht worden. Aber kein Weg hat sich gangbarer erwiesen, und kein Versuch hat sich mehr be­währt und dauerndere Organisationen ins Leben gerufen, als der, der von der festen Basis jener Lebensweisheit aus gemacht worden ist, wie sie von Plato bis auf Comenius, Leibniz, Kant, Herder u. a. zahllose Bekenner und Wortführer besessen hat. Dieses durch die Geistesarbeit zweier Jahrtausende gefestigte System der Weisheit, dessen Anhänger unter wechselnden Namen gekämpft haben, das man aber meist als die Lehre der Humanität bezeichnet, hat durch die idealistische Welt­anschauung, die seine philosophische Grundlage bildet, vielen Menschen dasjenige gegeben, was andere in der Religion, die sie bekannten, gefunden haben; und wer die schicksalsreiche Geschichte dieser Philosophie kennt, der weiß, daß die recht verstandene Lehre der Humanität auch mit dem recht verstandenen Christentum die innigste Berührung besessen hat und besitzt.

Obwohl wir sehr wohl wissen, daß auch diese wie jede andere religiös-philosophische Anschauungswelt der Ergänzung, Erweiterung und Fortbildung fähig und bedürftig ist, so sind wir doch der Meinung, daß für das Suchen der Zeit in dieser Philosophie der Humanität eine Basis und ein Boden gegeben ist, der sich tragfähig und fruchtbar er­weisen wird. Indem wir uns in der Comenius-Gesellschaft seit ihrer Begründung auf diesen Boden gestellt haben und ferner stellen werden, beabsichtigen wir, der Idee der Humanität unter dem heutigen Geschlecht von neuem lebendige Verbreitung zu geben nna ihr Wesen und ihre Geschichte dem Verständnis der Gegenwart näher zu bringen.

Bei allem aber, was wir in dieser Beziehung tun, ist es nicht die Erweiterung des Wissens, das uns vorschwebt, sondern das Leben und seine Vertiefung. Nicht irgend eine, wie auch immer geartete Lehre soll das Ziel sein, sondern die Erziehung des Menschengeschlechts, in dem Sinne, in dem alle die großen Männer, die wir oben genannt haben, für sie in die Schranken getreten sind.

Arnos Comenius, der ja auch in Berlin gewirkt und die haupt­sächlich durch die unermüdliche Sorgfalt des Herrn Geheimrats Dr. Keller geleitete Comenius-Gesellschaft ist der Brandenburgs wohl bekannt, wie aus unserm Monatsblatt XI 79 sowie XII 114 und 218 erhellt.

Wir empfehlen den Anschluß an diese humane, segensreich wirkende, auch die Heimatpflege fördernde Gesellschaft den Mitgliedern und Freunden der Brandenburgs aus voller Überzeugung.

VI. Die Landesgruppe Brandenburg des Bundes II ei mat­sch ntz wird Ihrer Berücksichtigung angelegentlichst hiermit empfohlen. Das Arbeitsfeld gliedert sich dreifach:

a) Naturpflege und Landschaftsbild.