3. (1. ordentliche) Versammlung des XVIII. Vereinsjahres. 267
ist selbstverständlich. Inzwischen behauptet unser Joachims-Denkmal seinen ihm zukommenden Ort. Alles Legendarische älterer und neuerer Chroniken ist abgetan. Wir wissen — auch hierin dem Schwanebecker Hausbuch folgend, das in diesem Puukt einen neuen Beweis seiner treuen Zeugenschaft darbietet — beispielsweise nichts von der Anwesenheit der Kurfürstinnen Elisabeth und Iledwig (das „Abendmahlsfenster in der Protestationskirche zu Speyer zeigt ihre Gestalten!) an jenem ewig denkwürdigen Tage der märkischen Reformation. In stolzer schlichter Schönheit grüßt uns das Denkmal mit seiner leuchtenden Widmungsschrift. Wir gedenken au die Säkularfeiern des 1. November, an die Spandauer lteformationsfeste, die von alters her für Kirche und Schule den 1 November als eigentlichen Festtag fixieren, wir gedenken des gotischen Kelches auf dem Postament Joachims II. in der Sieges-Allee zu Berlin (bekanntlich ein Abbild des Abendmahlskelches von St. Nikolai, aus welchem Joachim das heilige Abendmahl empfing), wir durchleben von neuem die Jubelfeier des 1. November 1889 mit ihrer weittragenden Bedeutung für Stadt und Land —: wir grüßen den großen „Lehrer Deutschlands“, Philipp Melanchthon, der bereits 1535 beratend in unsrer Stadt weilte —: wir freuen uns unsers Joachim-Denkmals auch in dem Sinne eines historisch gesicherten Besitzes. — Soweit Herr Oberpfarrer • Recke. — Der vaterländische Gegenstand geht unsere Brandenburgia recht sehr an und wir werden der weiteren Eutwickelung und hoffentlich Schlichtung der örtlichen Streitfrage mit Aufmerksamkeit folgen. Am Sonntag, den 9. Mai, wird unsere Gesellschaft die altehrwürdige Nikolaikirche zu Spandau besuchen. Dort und dann ergibt sich von selbst die Gelegenheit auf die Sache zurückzukommen.
E Bilder, Karten, Pläne.
XXIV. Herr Professor Maler Johannes Zuckert erfreut un«, wie Sie sehen, mit einer Zweiten Serie von zwölf Künstlerkarten aus den ältesten Teilen des heutigen Berlins, angefertigt nach den trefflichen Aquarellen des Künstlers, der uns eine Auswahl derselben bekanntlich vor einiger Zeit vorlegte. Die wegen der Untergrundbahn im Abbruch befindliche Kleine Stralauerstraße. — Auch die eigentliche Stralaner Straße mit mehreren Hofansichten. — Hofansichten vomKrögel. — Alter Hof Brüderstraße 44. — Die Waisenstraße vom Parochialkirchhof. — Oberwasserstraße, Jungfernbrücke und Französischer Hof. — Schipmanns Weinstuben im Hause Hohensteinweg 15, das jetzt, nachdem das Preußische Haus Klosterstraße 87 dem Abbruch verfallen, wohl das älteste Privathaus Berlins ist. — Herzlichen Dank für diese erfreulichen Ansichtspostkarten, denen wir weiteste Verbreitung wünschen.
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