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Carl Bolle, Altmodische Blumen.
lieblichste überzogen hatte, so dass kaum Gras dazwischen auf- kommen konnte.
Märzbecher. Leucojum vernum. Auch Sommertierchen geheissen, welcher Name mitunter auch für die Narcisse, besonders für die gelbe, im Schwange ist.
Italienische Maiblume. Polygonatum multiflorum. Trotz des ihr volkstümlich beigelegten Adjektivs eine richtig deutsche, ja selbst eine märkische Pflanze, die vor nicht langer Zeit selbst im Berliner Tiergarten noch wild zu finden war.
Salomonssiegel. Polygonatum officinale. Früher sogar gefüllt blühend jetzt kaum mehr noch in Kultur.
Schwertel. Gladiolus communis. Nah verwandt mit einer leider verlorenen Zierde der Berliner Flora, dem Schwertel Bouches, G. palustris oder Boucheanus, welcher der Urbarmachung eines Teils der Rudower Wiesen zum Opfer fallen musste.
Iris germanica.
I. sambucina.
I. lutescens.
I. variegata.
I. graminea.
I. pumila, in zwei Farben. Öfters als Einfassung.
Schwertlilie oder Iris.
An Gräsern nur eine Art:
Bandgras. Phalaris arnndinacea var. picta. Von unseren alten Gärtnern französisch Ruban de bergöre genannt, poetische Verklärung des von der Landwirtschaft für den nahrhaftesten Bestandteil des Oderbruchheues gehaltenen Militsch, der die typische grüne Form darstellt. Unter beiden Namen kann dies nützliche und schöne Gras in Praxis und Theorie für gleich arkadisch gelten.
Die Übrigen:
Gefüllte Waldanemone. Anemone nemorosa flore pleno. Weiss und rot blühend.
Leberblümchen. Hepatica triloba fl. pl. Für ganz altmodisch und gegenwärtig selten geworden darf zumal die wahrhaft reizende rotgefüllte Spielart gelten; die doppelte blaue lässt sich noch mehr suchen. In feuchten Waldgründen unter Haseln und anderem Laubholz findet man die typische blaue Gestaltung oft in Menge, aber auch rosenrot und weiss, ja selbst aschfarben blühend, mischen sich die betreffenden Abweichungen darunter.
Wiesenraute. Thalictrum aquilegifolium.