Heft 
(1908) 17
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10. (3. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

Bauer für einen Gewinn davon, wenn er vielleicht ein schön aus Holz geschnitztes Kruzifix um 10 Mark verkauft? Der Aufkäufer bekommt ja dafür vomKunsthändler 100 Mark, und dieser läßt sich von den heutzutage schier unersättlichen Amerikanern 1000 Mark zahlen. Schämen sollte sich der Bauer, Gegenstände der Verehrung, oder sei es auch nur wie zum Beispiel zinnenes Tischgerät des täglichen Gebrauches seiner Vorfahren für ein Lumpengeld zu verschleudern. Ich habe das Vertrauen zu meinen Bezirkseingesesseneu, daß sie im Grunde genommen zu stolz darauf sind, und daß es nur dieser Warnung bedarf, um sie von etwaigen übereilten Entschlüssen zurückzuhalten.

Genau dasselbe möchte die Brandenburgs auch auf dem Lande, wie in den Städten unserer Provinz der alteingesessenen Bevölkerung hiermit mahnend zurufen.

E. Bildliches.

XXXIX. U. M. Herr Hofphotograph F. Albert Schwartz, Leip- zigerstr. 93, legt ein in Ansichtspostkartenformat hergestelltes Album älterer, bis etwa ins Jahr 1889 reichender berlinischer Prospekte vor, welches in anmutender und gleichzeitig unterrichtender Weise 36 ver­schiedene Teile der Reichshauptstadt darstellt und unter Zugrundelegung der reichhaltigen Sammlung (über 1000 Nummern) u. M. und seines um die Ortsphotographie wohlverdienten verewigten Vaters hergestellt worden ist. Unter jedem Bilde befindet sich eine ortsgeschichtlihe Erklärung. Dies Ansichtskartenalbum, das für 3,50 M. Ladenpreis er- käuflich ist, bildet nur eine kleine Auswahl und soll fortgesetzt werden. Das Album fand mit Recht den vollsten Beifall der Versammlung. Mit dem unter Nr. I erwähnten Vergrößerungsapparat wurden die Bilder sofort auf die Leinewand geworfen, wobei die Schärfe der Darstellung Bewunderung erregte. Herr Schwartz hat uns in freundlicher Weise 6 Cliches zur Reproduktion überlassen, wofür wir hiermit unsern Dank abstatten.

XL. Herr Maler Johannes Zuckert, der uns schon früher mit kleineren Bildern aus dem ältesten Berlin erfreut, legte zehn große Kunstblätter desselben Themas vor, die ebenfalls mit großem Beifall begrüßt wurden. Herr Zuckert hat diese Bilderfolge, die zu billigem Preise verkäuflich ist, in einem Exemplar dem Märkischen Museum verehrt, wofür bestens gedankt wird.

XLI. Die Firma G. Heuer & Kirmse (Karl Kleinau) W. 15 Sehaperstraße 20, legt eine Serie von 12 Haudpressen-Kupferdruck-Post- karten vom Märkischen Museum vor, welche, wie Sie ersehen wollen, vortrefflich geraten und zur postalischen Benutzung ebenso wie die Schwartzschen Aufnahmen aus Alt-Berlin bestens zu empfehlen sind. Verbindlichsten Dank.