Heft 
(1908) 17
Seite
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508 14. (11. außerordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

Halbkreis bilden. Die Kirche ist eine Kreuzkirche und die beiden kurzen Balken springen vor dem Ostchor heraus; sie ist 111 Schritt lang und zwischen den Säulen nur 16 Schritte breit. Es sind 12 schlanke Pfeiler vorhanden, die ehemals ein leichtes Kreuzgewölbe trugen, während jetzt eine Balkendecke das Schiff nach oben abschließt. In einem Quer­raum befindet sich eine zweistöckige Grabkapelle mit einer Tafel, die den Namen Thomas entziffern läßt. Es soll das der Name eines Abtes sein. Das westliche Gebäude besitzt ein hohes vorspringendes Eingangs- portal, das nur den fürstlichen Besuchern geöffnet wurde. Neben ihm befindet sich im Innern die Küche und weiterhin das Refektorium, ein

Abb. 2. Klosterhof Chorln. (Phot. Walter Scholvien.)

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:

quadratischer Raum mit einer dicken Säule in der Mitte, von der aus die Gewölbebogen nach allen Richtungen ausstrahlen. In diesem Flügel liegt auch das Fürstenzimmer, dessen Decke ebenfalls von einer Mittel­säule getragen wird. An der einen Wand erkennt man Überreste von Wandmalerei, die unser verstorbenes Mitglied W. Pütz, Jahrg. IV. S. 95 beschrieben und in einer Zeichnung abgebildet hat. Nach seiner Mei­nung stellt das eine der Bilder das Salomonische Urteil dar und das andere die Weisen aus dem Morgenlande vor. Herr Schmidt sprach sich dahin aus, daß das letztere die törichten und die klugen Jungfrauen vorstellen soll. Es ist sowenig zu erkennen, daß es mir unmöglich er­scheint, ein Urteil abzugeben. In diesem Raume machte u. M. Herr