Neuruppinische Leichenpredigten.
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Mittel erschöpft waren; er wurde Hauslehrer der Söhne des verstorbenen Präsidenten Lilienströhm in Stettin.
Nachrufe sind der Leichenpredigt nicht beigegeben.
Id. Davids Unterrichtung/"von seines Verhaltens in seiner Herzensund Todes-Angst Verrichtung/"woraus genommen in der Übung: Rechtgläubiger Christen Beschwerligkeit/in ihrer Todes-Gefährlichkeit/’aus ' dem XXV. Psalm rer« 15. 16. 17. 18. 19. 20. gewiesen und bewiesen bey Volckreicher Leichbestattung des weyland Ehrenvesten, Vorachtbarn und Wollgeachten Herrn Friedrichs Tieffenbachs /Bürgers / Kauff- und Handelsmannes / ungleichen auch der Innungen Guidemeisters /und vier und zwanzigster allhier in Neuen-Ruppin/ Welcher am 20. Februani seliglich verschieden / und Christlich zur Erden bestattet den 3ten Martij Anno 1667. Von David Schwartzkopffen f Archidiacono daselbst/ und auff der Hinterlassenen Begehren öffentlich in den Druck gegeben / zu derselben Trost und Erfreulichkeit/unser aller Erbaulichkeit. Cölln an der Spree Druckts Georg Schultze/Churfürstl. Brandenb. Buchdrucker auff dem Schlosse daselbst.
Der Verstorbene war geboren am 1. August 1618 in Neu-Ruppiu. Seine Eltern waren der Bürger und Handelsmann Balthasar Tieffenbach und Elisabet Boldemann; die Großelternpaare waren der Kaufmann und Seidenkramer Frobin Tieffenbach und Regina Kriele, der Bürger und Kaufmann Zacharias Boldemann und Katharina Fahrenholtz, alle in Neu-Ruppin; die Urgroßeltern waren der Bürger und Handelsmann Curdt Tieffenbach und Frau Walburg, Tochter des Bürgermeisters Johann Ebarfels in Camphausen. Der Vater wollte aus ihm einen studirten Mann machen, starb aber früh, und deswegen brachte ihn die Mutter aus der lateinischen Schule in die Schreib- und Rechenschule. Ostern 1635 kam er beim Bürger und Seidenkramer Joachim Ideler in Wittstock auf drei Jahre in die Lehre; wegen seiner Brauchbarkeit und iüchtig- keit behielt ihn Ideler aber noch ein Jahr. Nachdem er sich zwei Jahre in der Fremde umgetan, kehrte er 1642 in das väterliche Geschäft nach Neu-Ruppin zurück. Noch in demselben Jahre heiratete er Elisabeth Wagenitz, Witwe des Bürgers und Kürschners Andreas Fretzstorft. Ei wurde ein angesehener Bürger, 1652 Vorsteher des Siechenhauses, dann Vier mul zwanziger und 1659 Gildemeister der Kramerinnung. Er wurde früh (anscheinend giclit-) leidend, machte aber trotzdem regelmäßig seine Geschäftsreisen. Er hinterließ außer seiner Frau fünf Kinder: eine Tochter Elisabeth und die vier Söhne Johann (Juris Practicm, später Mitver- ordneter der brandenb, Landschaft, Kammergerichtsadvokat und Biiigei meister in Berlin), Friedrich (Student), Zacharias (Kauflehrling) un Frobenius (Schüler). Nachrufe widmen ihm Arcliidiakonus David Schwartz-