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Arno Bötticher.
in der Pfarrkirchen die üblichen Ceremonien gehalten worden: In Ansehnlicher Versammlung Mit einem Leich- und Leid-6'emo« abgeliandelty und auff bittliches ersuchen zum Druck außgestattet f Von M. Andrea Westphalen / Dienern am Worte Gottes in N. Kuppin. Zu Berlin, gedruckt bey Christof! Runge Anno 1670.
Der Verstorbene war am 23. Oktober 1600 in Neu-Ruppin geboren. Seine Eltern und die weiteren Vorfahrenpaare waren: Thomas Stenger, Kauf- und Handelsmann, der Kramer Gildemeister und Mitglied der Vierundzwanzigmänner in Neuruppin und Marie Boldemann; Moyses Stenger, erster Apotheker in Neu-Ruppin, und Cathariua Schultze; Bernhard Stenger, Pfarrer „zu Elloebe in der Lengwitz“ und Elisabeth Schade; Zacharias Boldemann, Kauf- und Handelsmann, Gildemeister der Kramer und Vierundzwanziger in Neu-Ruppin und Cathariua Fahrenholtz; Lorenz Boldemann und Cathariua Helwig. Er besuchte zuerst die Schule in Neu-Ruppin und sollte, da er sich gut anließ, studiren. Er kam 1616 auf die Schobt Salderiana in Brandenburg a II., deren Rektor damals M. Jacob Grosse war, nach mehreren Jahren auf die Schule in Halle a/S. (Rektor Evenins) und nach drei Vierteljahren auf die Universität .Jena. Hier studirte er zwei Jahre Jura. Nachdem er ein halbes Jahr in Wittenberg gewesen war, sollte er 1624 nach Berlin gehen und beim Bürgermeister und Kammergerichtsadvokaten ltichardt Prnxin Juris erfahren.“ Erkrankung und Tod seines Vaters riefen ihn aber nach Haus. „Da denn die gantze Freundtschafft gerathen/weile sein Bruder Moyses von dem lieben Gott dergestallt mit Schwachheit beleget / daß er der Mutter in der Wirthschafft und im Handel unn Wandel nicht zur Hand gehen kunte / so möchte doch dieser ihr Sohn Zacharias auch bey ihr bleiben / und sich ihres Zustandes bester Massen annehmen /' welches er auch endlich eiugegangen J hat seine Stnilia in so weit verlassen /und acht Jahr mit der Mutter haußgehalten /' und ihrem Handel bis in Anno 1631, da sie ebenfalls diese Welt gesegnet f mit allem möglichen Fleiß treulich und gehorsamlich fürgestanden.“ Dann übernahm er das elterliche Geschäft aut eigene Rechnung. 1632 heiratete er Lucie Buls, Tochter des Sekretärs und Ökonomen des Domkapitels in Havelberg Joachim Buls. Aus dieser Ehe gingen die beiden Söhne Thomas und Joachim, Kauf- und Handelsleute, und die drei Töchter Catharina, Frau des Juris Practicus Andreas Müller, Lucie, Frau des Kauf- und Handelsmannes Mathias Bergemann und Marie, Frau des Kauf- und Handelsmann Abraham Thomschläger, sämmtlich in Neu-Ruppiu, hervor. Vor Krieg und Pest floh er mit den Seinen 1638 nach Hamburg, wo (in Bergedorf) sein Bruder Thomas Apotheker war und von wo er erst nach dreizehn Jahren 1651 zurückkehrte. Er wurde noch in demselben Jahre in den Schöppenstuhl und 1656 in den llatsstuhl gewählt und 1661 Kirchenvorsteher. Im Oktober 1669 erlitt er während