Neuruppinische Leichenpredigten.
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auch in ihren Bibliotheken außer der Information jederzeit einen freyen Zutritt gehabt. Als Er daselbst sich 3 Jahre auffgehalten/ist er Anno 1070 mit Gutachten und Consens Seines Directoris nach Jena f der aninuhtigsten Universität in Deutschland gezogen / hat daselbst Sein Studium Juris mit Fleiß traetiret f und Anno 1674 zu Heidelberg in der Unter-Pfaltz glücklich absolviret. Weil er aber wol wußte, daß auch ausser denen Universitäten Weißheit und gelehrte Leute angetroffen würden, hat Er von Heidelberg eine Reise ins Reich gethan / Ulm / Auspurg /'Wien /die Universität Straßburg und viele andere vornehme Städte besehen / und aus DiscurSen geschickter Männer, so Er gesprochen, zu profitiren gesucht. Trotz dieser Vorbildung mußte er auf Wunsch des Vaters 1675 Landwirt werden, die Administration der Herrschaft Rutlitz übernehmen und auf dem Rittergut Nettelbeck wohnen. Dorthin verheiratete er sich im Oktober 1679 mit Katharina Elisabeth Schir- meister, Tochter des Ratsverwandten Johann Schirmeister in Güstrow. Diese starb 1697, und dies veranlaßte, daß er das Landleben aufgab und im M ai 1699 nach Neu-Ruppin zog, wo er noch in demselben Jahre am 21. November Anna Barbara Teuber heiratete, die Tochter desM. Christian Teuber, Inspektors in Neu-Ruppin, späteren Propstes in Berlin. Er lebte ■still und eingezogen und ließ sich nur in der Kirche und in seinem Hause sehen. Der Magistrat wußte trotzdem ihn zu schätzen, cooptirte ihn als Assessor judicii und präsentirte ihn dann auch zum Senator. Er erlag einer asthmatischen Krankheit. Eine lateinische Denkschrift widmete ihm sein Sclnvager Samuel Christian Teuber, General-Superintendent in Halberstadt; deutsche und lateinische dichterische Nachrufe verfaßten Pastor und Inspektor Christian Gotthelf Birnbaum, Archidiakonus Benediktus Rehefeld und Diakon Gottfried Paltzow, und sein Sohn zweiter Ehe Georg Christian, damals auf dem Königlichen Gymnasium in Berlin. Der Sohn erster Ehe Mathias war Bürgermeister in Wrietzen a. d. Oder.
22. Das Anhängen der Gläubigen an Gott J Als die Hoch-Edle f Ehr- und Tugend-Hoch-Belobte Matron Fr. Magdalena Sabina geb. Tieffenbachin, des Hoch-Edlen und Rechts-Hochgelahrten Herrn J Herrn Caspar Litzmann J'I. V. Licentiatus Bürgermeister in Berliu und Churfürstlichen Cammergerichts -Advocati nachgelassene Frau Wittib den 1. November 1717 zwischen 12 und 1 Uhr, im 70. Jahr ihres Alters, im IIErrn selig entschlaffen, und den 5. ejusdem darauf in St Manen- Kirche war beygesetzet worden, In einer Gedächtniß-Predigt den 24. Trinitatis in gedachter Kirche bey Volckreicher Versammlung vorgestellt von Johann Porst / Königl. Preuß. Consistorial-Rath und Probsten. Berlin, druckts Gotthard Schlichtiger / Königl .-privil wie auch der So- detiit der Wissenschaften Buchdrucker.
Die Verstorbene war am 20. August 1648 in Berlin geboren, wo