‘iÜS:
Neuruppinische Leichenpredigten. 561
Jacobus L. .7» re Consultus, Land- Martin Albrecht, Bürgermeister in schaftsverordneter und Bürger- Ilavelberg. meister, Neu-Ruppin. Marie Rauen.
Regina Hansen, Thomas Hansen,
Bürgermeisters in N.-R. Tochter.
Die Verstorbene verlor, noch nicht zwei Jahre alt, ihre Mutter. Der 12. Mai 1707 war ihr Hochzeitstag. Sie starb an den Folgen ihrer zwölften Entbindung. Dichterische deutsche Nachrufe widmen ihr außer dem Pastor Francke mehrere Lehrer der Schule in Havelberg.
24. Abriß Eines rühmlich Gebohrenen /' Glücklich Erzogenen und gnädig Erhöheten Lehrers In der Wehrten Person f des Weyland Hoch- Ehrwürdigen und Hochgelahrten Herrn/HErrn Christian Gotthelf Birnbaum J S. S. Theologiae Doctoris, Vormals üm viele andere Gemeinen f letztmals aber f üm die Evangelisch- Lutherische Gemeine f in Neuen Ruppin f Hochverdienten Pastoris und der zugehörigen Clerisey treufleißigen Inspectoris, Als Derselbe f nach f am 15. September A. C. 1723. seligst niedergelegten Hirten- und Bischoffs-Stabe / am 19. ejusdem mit Christ-gewöhnlichen ceremonienf beerdiget zu dessen preißwürdigen An- dencken In gehaltener Stand-Rede f Entworfen von Johanne Julio Le- veken /'P. der Christi. Gemeine/zu Radensieben. Neu-Ruppin/druckts Wendelin Müller /' Königl. Preußis. privil. Buchdrucker.
Der Verstorbene war am 29. Mai 1651 in Dresden geboren, wo sein Vater kurfürstlich sächsischer Leibarzt war. Er besuchte die Schulen in Dresden und Torgau, studirte in Jena, in Wittenberg, wo er im Mai 1672 zum Magister oder Doctor promovirte, nach einem Aufenthalte im Kloster Berge bei Magdeburg in Gießen und nach einem Aufenthalte beim D. Philipp Jacob Spener in Frankfurt a. Main in Straß bürg, wo er die Professoren Bebel, Faust und Sebastian Schmidt hörte und am 9. September 1681 eine „solenne äisputatio de Efficaeia Sacramentorum hielt, die letzte Evangelische Lutherische, so vor der Frantzösischen Occupirung gehalten worden.“ Auf der Rückkehr in die Heimat hielt er sich nochmals bei Dr. Spener auf. Er wurde Diakon in Zwickau. Von 1685 an machte er mit Kurprinzen Johann Georg eine Reise durch Frankreich, England, die Niederlande, Schleswig und Dänemark. Inzwischen war Dr. Spener Oberhofprediger in Dresden geworden. Er selbst kehrte nach Zwickau in sein ihm offen gehaltenes Diakonat zurück. Weihnachten 1687 wurde er Superintendent in Kolditz. 1688 heiratete er die jüngste Tochter Speners. Nachdem er dem Kurfürsten Johann Georg in Morizburg in dessen letzten Lebensmonaten als Beichtvater beigestanden, wurde er Superintendent in Grimma. Dann verstand es der erste König von Preußen durch seine Geheimen Räte v. Schmettau und v. Fuchs ihn nach Preußen zu ziehen. Die Generalsuperintendantur in Stendal lehnte