Heft 
(1925) 2/3
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War so die Außenarbeit des Museums durch die Witterungsverhältnisse stark gehemmt, so wurde um so mehr Jnnenarbeit geleistet. Nicht nur sind alle alten Restbestände von noch nicht zusammengesetzten Gefäßen aufgearbeitet worden, auch alle Eisengeräte sind gründlich überarbeitet worden, um jede Rost­gefahr von ihnen abznhalten. Ferner sind einige Räume eingreifend umgestaltet, so die keramische Abteilung, die kirchliche, die Biedermeierstube und die Waffen­sammlung. Durch von der Provinz zur Verfügung gestellte Mittel konnten neue Regale und Schränke angeschafft werden, ebenso zu wirksamen, das Wesent­liche heraushebenden Hintergrund Jndanthrenstoffe gekauft werden Jedem Besucher wird das Bild, das die kulturhistorischen Räume jetzt bieten, aus das angenehmste berühren.

Für eine kostbare Neuerwerbung sind wir dem Kreisausschuß und der Stadt Wittstock zu wärmstem Dank verpflichtet, für die meisterhafte Nachbildung des Altar-Mittelstückes aus der Wittstocker Marienkirche. Sie ist trefflich beleuchtet in einer großen Wandnische aufgestellt und wird allen Besuchern dies schöne mittelalterliche Kunstwerk lieb und vertraut machen.

Auch sonst haben wir für Geschenke zu danken: für in Heiligengrabe gefundene Silbermünzen Herrn Stiftsgärtner Gehreke und Herrn Registrator Tirpitz, für ein nicht ganz erhaltenes, kleines vorgeschichtliches Gefäß Herrn Landwirt Siegert-Vehlin, für wendische Scherben, Versteinerungen und Sand­steinplatten Herrn Lehrer Busse-Königsberg, für Feuersteinbeile Herrn Kauf­mann Dein-Demerthin, für ein solches Beil und eine Fenersteinsäge und einen Schädel mit Knochen Herrn Jahnke-Rehfeld, für die Hälfte eines Bronzc- schläfenringes und das Stück eines verzierten Bronzehohlringes Herrn Paetow- Kötzlin, für eine eiserne Kanonenkugel Herrn Lehrer Pellatz, für drei grün- glasierte, mit Bilddarstellung verzierte Kacheln von einen: aus der Renaissancezeit stammenden Ofen Herrn Bürgermeister Courtoi-Freyenstein, für ein Feuer­steinbeil der Stärkefabrik Kyritz, für eine mittelalterliche Silbermünze Herrn Lehrer Schröder-Berlitt, für auf den verschiedensten Feldmarken des Kreises gesammelte Scherben und Feuersteinanschläge Herrn Dr. Matthes.

Endlich sei noch erwähnt, daß das Museum Heiligengrabe auch an der großen Mesolithischen Ausstellung beteiligt war, die in Köln, anschließend an die Tagung der deutschen Anthropologischen Gesellschaft dort, eröffnet war.

A. v. A.

- Heimatverein

Perleberg

Sie diesjährige Haupttagung des Museumsvereins

findet

am Donnerstag, dem 19. Januar 1928, in Kyritz, um 8 Uhr abends

statt. Nach dem geschäftlichen Teil werden Herr Dr. Hoppe-Berlin und Herr Dr. Matthes-Berlin Vorträge halten. Alles Nähere wird noch durch die Zeitung bekanntgegeben. Doch sollen unsere Mitglieder schon heute herzlich zu

dieser Tagung eingeladen werden.