Heft 
(1937 - 1938) 1
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Gesamtchor (jauchzend):

-Töchter und Söhne! Sprechchor: Als unsrer Götter Land! Gesamtchor: In ewiger Schöne!

Eine heilige Stätte der Argermanenzeit.

Von A. v. A u e r s w a I d.

^lV>enn noch vor einem Menschenalter die Prignitz in der älteren Bronzezeit, also dem Beginn der Urgermanenzeit als Außenzone, als Hinterland der nordischen Bronzekultur be­zeichnet werden konnte, so hat sich das Bild im Laufe der letzten drei Jahrzehnte ganz erheblich gewandelt. Wer den kleinen bronzezeitlichen Raum des Heiligengraber Heimatmuseums betritt, wird hier Funden gegenüberstehen, wie sie manch großes Museum herrlicher nicht sein eigen nennt. Es sei hier nur an den Hortfund von Wutike mit den beiden in ihrer Art vollendet schönen Bronzetassen erinnert, an den Bronzekragen von Kötzlin mit seiner köstlichen Linienführung, an die Herzsprunger Schilde, die leider nur in Abbildung bei uns vorhanden sind, an die prächtigen Nadeln, die Schleifennadel von Breddin, die Dreizack­nadel von Zaatzke und andere mehr. Wir sehen, daß in diesem angeblichen Hinterland hohes technisches Können mit künstlerischer Formvollendung sich einte. Und es bewahrheitet sich einmal wieder die alte Erfahrung, daß die Fundlücken, die bestehen, nicht einem Mangel an Funden, sondern einem Mangel an sorgfältigem Erfassen aller Funde, dem Fehlen eines Mittel­punktes, an den die Fundmeldungen gerichtet werden können, zuzuschreiben sind. Seit in dem Heimatmuseum Heiligengrabe dieser Mittelpunkt für die Ostprignitz bestand, hat sich das Bild so wesentlich geändert.

Nun ist zu Ausgang des verflossenen Jahres ein Zufallsfund gemacht worden, der gleichfalls in den Beginn der Urgermanenzeit fällt, und an Reichtum und Geschlossenheit einzigartig ist. Beim Steineroden wurde auf dem Acker des Herrn von Randow ein schon seit längerer Zeit in der Oberfläche zerstörtes Hügelgrab angeschnitten, und dem Steinsetzmeister fielen, wie er berichtet, bei Lösung eines Steines eine Anzahl von Bronzestücken entgegen. Es handelte sich dabei um folgende Gegenstände:

1. Einen Bronzehalskragen mit einem Doppelbande von Spiralen verziert, ähnlich dem von Kötzlin, nur etwas höher. Er hatte einen Durchmesser von 12 cm.