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zierte Gefäße, meist schwarz, doch sind auch gelbliche darunter. Beigaben sind überaus spärlich vertreten, das heißt in den Urnen. Dafür fanden sich Beigaben wiederholt in größerer Zahl neben und unter den Urnen. Am eindrucksvollsten war der Befund bei Urne 28, wo sich nach Herausheben des Gefäßes eine dunkle Roststelle in der Erde zeigte. Es lagen zusammen ein mit der Spitze nach unten gerichteter Schildbuckel, eine Schildfessel und zusammengebogene Lanzenspitzen. Sie
ließen erkennen, daß hier diS Leichenbrandreste eines Kriegers auf seinem Schild und mit seinen Waffen beigesetzt wären. Neben der Urne 47 lagen Hiebmesser und Streitart, neben
Urne 78 sieben Stuhlsporen aus Bronze und Eisen, eine
Mähnenschere, ein rundes Eisenmesser (Abb. 8), ein zusammengebogenes Messer und eine reich verzierte Kniefibel. Einmal, bei Urne 74, lagen die Waffen auch in dem Gefäß: ein Stangenschildbuckel, eine Schildfesiel und eine Lanzenspitze (Abb. 9). Eine der häufigsten Beigaben von Döllen sind
Eisenpfrieme, die als Zubehör für das Alltagsleben sehr notwendig gewesen sein müssen. Zum Teil'sind noch Reste der Holzgriffe an den Stücken erhalten.
Es fehlte ans dem Döllener Friedhof auch nicht an zahlreichen Kindergräbern mit sehr feinem Leichenbrand in kleinen,, feinwandigen mäanderverzierten Fußurnen. Urne 62 enthielt eine kleine Eisenart. Man darf daraus schließen, daß auch die Knaben und Mädchen getrennt beigesetzt wurden, die einen zusammen mit dem Vater, die anderen mit der Mutter.
Was die Schönheit der Gefäße anbetrifft, so überrascht der große Reichtum wirklich hervorragender Stücke auf beiden Friedhöfen. Diese geben sich darin nichts nach, sondern sind in ihrer Art in vielen der Stücke von geradezu meisterhafter Technik, künstlerisch mit immer neuer Erfindungskraft umgestaltet und abgewandelt. Vielleicht ist im ganzen der Eindruck der Mäandergefäße in Döllen noch strenger, wuchtiger und großartiger. Auf beiden Friedhöfen kommt je einmal eine Urne mit Stempelabdrücken vor (Abb. 10). In Kuhbier sind die Standflächen reicher ausgestattet. Dreimal findet sich auf ihnen das Hakenkreuz (Abb. 11), einmal ineinandergefügte Kreise. Dafür sind in Döllen die Henkel viel reicher ausgebildet. Sie füllen oft mit ihren dellenverzierten Wulften einen erheblichen Teil der Urnenwandfläche.
Zusammenfassend ist zu sagen, daß die Beobachtung einer so streng durchgeführten Trennung von Männer- und Frauenfriedhof, die sich sogar auf die Kinderfriedhöfe erstreckt, sicher von Wichtigkeit ist. Ob die Friedhöfe sich zeitlich völlig decken, und ob wir sie deshalb vielleicht in einen Zusammenhang mit