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Es wird dazu vor allem sorgfältiger Einzelforschungeu bedürfen, um das neu gewonnene Bild immer wieder zu bestätigen und in Einzelheiten zu ergänzen. Es ist sehr zu begrüßen, daß die Provinzialverwaltung durch die Gründung des Provinzialinstitutes für Landes- und Volksforschung, in dem auch Mittel für erdgeschichtliche Arbeiten vorgesehen sind, die Möglichkeit zu diesen notwendigen Forschungen gegeben hat. Jni Jahre 1938 konnten erstmalig in diesem Rahmen Untersuchungen durchgeführt werden, über deren endgültige Ergebnisse an anderer Stelle zu berichten sein wird, wenn sie abgeschlossen sind. Aber es darf einiges doch schon heute kurz erwähnt werden.
Die Untersuchungen des Jahres 1938 beschäftigten sich mit dem Gebiet der unteren Havel zwischen Pritzerbe und Havelberg und mit dem Havelländischen Luch, in dem mehrere Hundert Bohrungen zur Gewinnung einer ersten Uebersicht angestellt wurden. Ich gehe hier nur auf einen Punkt des Ergebnisses ein.
Schon die älteren Untersuchungen von Wahnschaffe hatten gezeigt, daß die an der unteren Havel damals besonders stark aus- gebeuteten Tone Ablagerungen der Elbe und nicht der Havel wären. Ueberschwemmungen der Elbe reichten regelmäßig bis in die Gegend von Rathenow, als die Elbe noch nicht eingedeicht war, aber auch später waren sie bei den oft eintretenden Deichbrüchen nicht selten. Es hat sich nun aber gezeigt, daß von dem derart bis in die letzten Jahrhunderte abgesetzten Ton ein -älterer Elbton zu unterscheiden ist, der älter ist als die Seenketten und in den stellenweise Geschiebe eingelagert sind. Beide Umstände erweisen, daß es sich um einen eiszeitlichen Ton handelt. Es muß also, bevor die letzte Eisdecke noch die Gegend von Rathenow erreicht hatte, eine Zeit gegeben haben, in der bis in die Umgebung von Rhinow hinein nicht nur Elbwasser dringen, sondern dort auch Ton ablagern konnte. Das ist nur möglich, wenn schon damals im Tale des Havelländischen Luches der' Schmelzwasserstrom von Osten geringer war als der Zufluß von der Elbe, wenigstens zeitweise.
Zu diesem eiszeitlichen Elbton wird man auch den Ton rechnen müssen, der sich von Brandenburg nach Osten bis in die Potsdamer Gegend verfolgen läßt und der besonders aus der Ketziner Gegend auch in vorgeschichtlichen Kreisen wohl- bekannt ist. Während dieser „alte Elbton" bei Rhinow keine Spuren zeigt, daß er später von einem mächtigen Schmelzwasserstrom überflutet worden sei, liegt auf ihm in der Ketziner Gegend ein Sand, der nur als Schmelzwassersand aus dem Nuthetal verstanden werden kann.
Hier wird es noch eingehenderer Nachforschungen bedürfen. Aber schon aus dem Gesagten ergibt sich, daß lange vor dem